Überschwemmungen in Vorpommern: Feuerwehren und THW im Dauereinsatz
Anhaltender Regen, plötzliches Tauwetter und gefrorene Böden haben in Vorpommern zu einer kritischen Hochwassersituation geführt. Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) waren mit Hunderten Einsätzen im Dauereinsatz und erreichten dabei ihre Belastungsgrenzen. Nun zeigt sich langsam eine Entspannung der Lage, doch die vergangenen Tage waren von intensiven Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen geprägt.
Feuerwehren im Dauereinsatz an der Grenze der Belastbarkeit
Die Einsatzleitstelle des Landkreises Vorpommern-Greifswald verzeichnete am gesamten Wochenende insgesamt 216 Einsätze, was zu einer Aufstockung der Besetzung führte. Am Montagvormittag waren es noch etwa 15 Einsätze, was eine leichte Entspannung signalisiert. Schwerpunkte der Überschwemmungen lagen in den Gemeinden im Anklamer Umland, im Amtsbereich Züssow, dem Amt am Peenestrom sowie im Umland von Loitz und Jarmen. Die Feuerwehren waren nahezu unermüdlich im Einsatz, um überflutete Gebiete zu sichern und Schäden zu minimieren.
THW mit spezieller Technik im Einsatz
In einigen Orten musste das Technische Hilfswerk zur Unterstützung anrücken, da die lokale Feuerwehrtechnik an ihre Grenzen stieß. Im Anklamer Ortsteil Pelsin rückte das THW aus Hamburg-Bergedorf mit spezieller starker Pumpentechnik an, um die Lage zu entschärfen. Unter der Leitung von Gunnar Schering begann die Pumpe nach stundenlangem Aufbau am Morgen ihr Werk und konnte die Situation binnen kürzester Zeit verbessern. Auch in anderen Gebieten wie Postlow, wo Baggertechnik aus Barth zum Einsatz kam, half das THW, Abflüsse zu schaffen und die Überschwemmungen zu kontrollieren.
Unterstützung durch Bagger und Sandsäcke
In Krusenkrien brachte ein Bagger eines Landwirtschaftsbetriebes die Wende, indem er einen alten Schacht öffnete und so den Abfluss sicherte. Im Amt Züssow wurden fast 3000 Sandsäcke eingesetzt, um Gehöfte zu schützen. Über 140 Einsatzkräfte waren hier im Einsatz, unterstützt von einem Bauunternehmen und einem Landwirt, die Technik und Material bereitstellten. In Schlatkow wurden am Montag noch Sandsäcke gepackt, um die anhaltenden Gefahren zu bekämpfen.
Angespannte Lage in Spantekow und anderen Gemeinden
In Spantekow rückte der Einsatzzug Süd vom Katastrophenschutz des Landkreises an, um mit Technik und Manpower aus Penkun und Ferdinandshof zu helfen. Hier ging es darum, Wohnhäuser wie das von Anwohner Klaus Melle zu schützen, der von der Ausdauer und dem Einsatzwillen der Feuerwehr beeindruckt war. Am Montagmittag zeigte sich Wehrführer André Dietmann nach dem andauernden Einsatz entspannter, da das Wasser in vielen Bereichen wie der Burgstraße und Rebelow zurückging. Weitere Schwerpunkte waren in Müggenburg und der Gemeinde Boldekow in Glien am Dorfteich.
Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination aus professionellen Einsatzkräften, technischer Unterstützung und lokaler Hilfe die kritische Situation in Vorpommern langsam unter Kontrolle bringt. Die Feuerwehren und das THW haben unter extremen Bedingungen Herausragendes geleistet, um die Bevölkerung und Infrastruktur zu schützen.



