Biopark aus Mecklenburg-Vorpommern tritt Bio-Allianz bei und baut Öko-Geschäfte aus
Der größte Bio-Anbauverband in Mecklenburg-Vorpommern, Biopark aus Güstrow, will auf dem bundesweiten Bio-Markt stärker mitmischen. Dazu beteiligt sich der Verband an der Bio-Allianz von mehreren großen Anbauverbänden, wie Biopark-Vorstandschef Jens Rasim bekannt gab. Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt worden. Dieser Schritt ist Teil einer strategischen Neuorientierung des Verbandes, der fast 35 Jahre nach seiner Gründung frische Ideen sucht, um mehr Landwirte für den Öko-Verband zu gewinnen.
Zusammenarbeit statt Alleingänge in der Bio-Branche
Jahrelang hätten verschiedene Bio-Anbauverbände oft isoliert agiert, doch nun rücke die Branche enger zusammen. Mitte vergangenen Jahres gründeten sieben Anbauverbände aus Deutschland, Österreich und Südtirol die Bio-Allianz. Ziel ist es, die Rohware für den wachsenden Bio-Markt abzusichern und neue Marktchancen zu eröffnen. Damit soll die Versorgung der unterschiedlichen Märkte mit Bio-Waren verbessert werden. Biopark gehört zu den Top 5 der Branche und bewirtschaftet etwa 100.000 Hektar, vorwiegend in ostdeutschen Ländern, aber auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern.
Biopark als bedeutender Bio-Rindfleischlieferant
Die Branche kommt an den Biobauern aus Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr vorbei. Biopark ist einer der größten Anbieter von Bio-Rindfleisch in Deutschland. „Große Partien Bio-Rindfleisch für den Handel, das ist die Stärke von Biopark“, betonte Rasim. Zudem haben Biopark und Biokreis gegenseitige Anerkennungsvereinbarungen geschlossen, um Biowaren austauschen zu können. Der Verband wurde 1991 von etwa einem Dutzend Bio-Bauern in MV gegründet und hat sich seitdem zu einem Schlüsselakteur entwickelt.
Herausforderungen und Wachstumsstrategien
Trotz des stetigen Wachstums der Biobranche stagniert der einstige Pionier in den neuen Ländern. Durch den Wechsel vieler Öko-Bauern in den Ruhestand, Eigentümerwechsel oder Rückumstellungen auf konventionelle Produktion verliert der Verband mehr Mitglieder, als er neue gewinnen kann. Um dem entgegenzuwirken, plant Biopark neue Social-Media- und Beratungsangebote, um bei Landwirten mehr Aufmerksamkeit zu generieren. Der Bedarf an Bio-Produkten ist groß, doch die Erzeugung hinkt der Nachfrage hinterher, wie Rasim beobachtete.
Förderung und Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit einer starken Öko-Förderung. Die Finanzhilfe hat sich in den vergangenen Jahren weiter erhöht. Öko-Bauern erhalten beispielsweise bei der Beibehaltung des ökologischen Landbaus je Hektar 284 Euro, 490 Euro je Hektar Gemüse und 850 Euro für Dauerkulturen. Die Förderung für Neueinsteiger ist noch höher. In der aktuellen EU-Förderperiode stellt das Land insgesamt 230 Millionen Euro für die Honorierung der ökologischen Wirtschaftsweise bereit. Dennoch muss sich MV in der Ausbildung des Berufsnachwuchses verbessern, da inzwischen in jedem vierten Betrieb nach ökologischen Grundsätzen gewirtschaftet wird.
Milliardenschwerer Bio-Markt und erfolgreiche Vermarktung
Der Bio-Anbau hat sich in Deutschland zu einem Milliardenmarkt entwickelt. 2024 steigerte die Bio-Lebensmittelbranche ihren Umsatz um 5,7 Prozent auf fast 17 Milliarden Euro. In Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftet gut ein Viertel der Betriebe ökologisch, vor allem auf Grünland. Die Vermarktungsgesellschaft Biopark Markt in Malchin meldet seit Jahren steigende Umsätze. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen 78 Millionen Euro Umsatz, 13 Millionen Euro mehr als vor fünf Jahren. Erst vor zwei Jahren investierte Biopark etwa 2,5 Millionen Euro in den Aufbau des Fleischwerks Mecklenburger Biofleischveredlung in Waren, das inzwischen schwarze Zahlen schreibt und die Transportkosten reduziert hat.



