Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee überlebt – Experten prüfen nach Ostern Gesundheitszustand
Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden und lebt noch. Umweltminister Till Backhaus (SPD) bestätigte am Samstag, dass das Tier alle vier bis fünf Minuten atmet und Laute von sich gibt. Der Zustand des Wals habe sich nicht verändert, und es gab in der Nacht keine besonderen Vorkommnisse. Der geschwächte Wal liegt weiterhin vor der Insel Poel im flachen Wasser.
Rettungsversuche eingestellt, aber Wache gehalten
Seit Freitag benetzen Einsatzkräfte der Feuerwehr die verletzte Haut des Tieres regelmäßig mit Ostseewasser, um Schmerzen zu lindern. Backhaus erklärte, dass die Sprinkler aufgrund geänderter Windverhältnisse versetzt wurden, um die Befeuchtung aufrechtzuerhalten. Die Rettungsversuche wurden bereits eingestellt, doch Polizei und Mitarbeiter halten weiterhin Wache. „Wir kümmern uns – bis zur letzte Minute“, betonte der Minister und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement.
Gesundheitsprüfung nach Ostern geplant
Nach den Ostertagen sollen Fachleute den Gesundheitszustand des Buckelwals erneut begutachten. Diese Untersuchung ist entscheidend für weitere Planungen. Backhaus wies Kritik am Umgang mit dem Wal zurück und betonte, dass alle ernstzunehmenden Rettungskonzepte sorgfältig geprüft werden – sowohl technisch als auch unter Tierschutzaspekten.
Wochenlange Irrfahrt durch die Ostsee
Der etwa zwölf bis 15 Meter lange Buckelwal irrte nach Behördenangaben rund vier Wochen durch die Ostsee. Seit Anfang März hatte er sich viermal festgesetzt, dreimal konnte er wieder los schwimmen. Sichtungen erfolgten im Hafen von Wismar, am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und zuletzt vor Wismar. Experten gehen davon aus, dass das Tier in der Bucht sterben wird, doch die Überlebensdauer lässt sich nicht vorhersagen.
Zur Vorbeugung von Gerüchten wies Backhaus darauf hin, dass heulende Sirenen in Rostock nichts mit dem Wal zu tun haben, sondern Teil eines kommunalen Warntags waren.



