Buckelwal-Rettung vor Poel: Tierwohl hat oberste Priorität
Bei der anhaltenden Rettungsaktion für den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal stellt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) das Wohl des Tieres klar in den Mittelpunkt. Der Minister betonte am Morgen in Kirchdorf, dass der Grundsatz von Tierwohl und Tierschutz für ihn unverrückbar gelte. „Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht“, erklärte Backhaus mit Nachdruck.
Fünfte Strandung und nächtliche Beobachtung
Der Buckelwal strandete nun bereits zum fünften Mal in den flachen Gewässern vor Poel. Seine Orientierung führe ihn immer wieder in diese gefährlichen Bereiche, wie der Minister erläuterte. „Auf der anderen Seite habe ich persönlich immer gesagt, wir helfen ihm. Solange er lebt, helfen wir ihm“, bekräftigte Backhaus seine Entschlossenheit.
In der Nacht hatte sich der Umweltminister gemeinsam mit Experten der Landesfischereiaufsicht dem gestressten Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Die Beobachtungen zeigten, dass die Atemfrequenzen des Wals zunächst zwischen zwei und vier Minuten lagen, im Verlauf aber wieder langsamer wurden. „Das zeigt, dass der Wal von den Ereignissen des Tages gestresst ist“, interpretierte Backhaus diese Entwicklung.
Koordinierte Rettungsbemühungen im Hafen von Kirchdorf
Im teils abgesperrten Hafen des kleinen Ortes Kirchdorf auf der Insel Poel fand am Vormittag eine entscheidende Lagebesprechung statt. Um 9.00 Uhr trafen sich die Mitglieder der privaten Rettungsinitiative, DLRG-Einsatzkräfte, Behördenvertreter und Umweltminister Backhaus, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Diese koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten unterstreicht die Bedeutung der Rettungsmission.
Der Buckelwal, der vor der Insel Poel beobachtet wurde und regelmäßig Atemluft ausbläst, stellt die Helfer vor besondere Herausforderungen. Die wiederholten Strandungen deuten auf ernsthafte Orientierungsprobleme des Meeressäugers hin, die bei den Rettungsbemühungen berücksichtigt werden müssen.
Minister Backhaus beobachtete den gestrandeten Buckelwal auch während der Nachtstunden und bleibt persönlich in die Rettungsaktion eingebunden. Seine Präsenz vor Ort signalisiert die hohe Priorität, die die Landesregierung diesem tierischen Notfall einräumt.



