Fall Collien Fernandes: Schauspielerin widerspricht Staatsanwaltschaft nach Verfahrenseinstellung
Collien Fernandes widerspricht Staatsanwaltschaft nach Einstellung

Fall Collien Fernandes: Schauspielerin widerspricht Staatsanwaltschaft nach Verfahrenseinstellung

Die schweren Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben eine emotionale Debatte ausgelöst. Jetzt reagiert sie auf Berichte über Ermittlungen in Deutschland und widerspricht den Darstellungen der Staatsanwaltschaft Itzehoe.

Aussage gegen Aussage: Verfahrenseinstellung wird bestritten

Nachdem die Staatsanwaltschaft Itzehoe am Dienstag mitgeteilt hatte, dass die Anzeigende im Zuge eines Ermittlungsverfahrens auf Nachfrage keine weiteren Hinweise oder Beweise geliefert habe und das Verfahren deshalb eingestellt worden sei, entgegnete Fernandes am Mittwoch gegenüber der Zeitung „Bild“: „Das stimmt nicht!“ Sie betonte: „Es hat sich nie jemand von der Polizeibehörde Schleswig-Holstein mit mir in Verbindung gesetzt.“

Nach Recherchen soll Fernandes im November 2024 bei der Polizei in Berlin Anzeige gegen Unbekannt erstattet haben. Inhalt der Anzeige war, dass ein Unbekannter von Fernandes einen Fake-Account angelegt haben soll. Ein halbes Jahr später stellte die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen ein, weil von Fernandes angeforderte weitere Unterlagen nie bei der Behörde eingegangen seien.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Anwältin unterstützt Fernandes' Position

Auch Colliens Anwältin widerspricht nach Angaben der „Bild“ in einem Schreiben den Darstellungen der Behörden. Sie erklärte: „Erst aufgrund der Recherche des ‚Spiegel‘ erlangte sie Kenntnis davon, dass ein Ermittlungsverfahren in Itzehoe geführt worden sein soll und dies eingestellt sei.“

In der vergangenen Woche hatte Fernandes im Gespräch mit dem „Spiegel“ von „virtuellen Vergewaltigungen“ gesprochen. Ihre schweren Vorwürfe richten sich gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen. Im Mittelpunkt stehen demnach angeblich von Ulmen erstellte Fake-Profile in ihrem Namen, gefälschte pornografische Aufnahmen sowie Vorwürfe körperlicher und psychischer Gewalt.

Hintergrund der Vorwürfe

Fernandes und Ulmen waren 14 Jahre verheiratet und hatten sich im vergangenen Jahr getrennt. Ulmens Anwalt hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe mitgeteilt, dass „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet würden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Politische Reaktionen aus Mecklenburg-Vorpommern

Kurz nach der Veröffentlichung der Vorwürfe hatte sich auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf der Onlineplattform X und auf ihrem WhatsApp-Kanal zu Wort gemeldet. Sie schrieb: „Ich bin so wütend, dass Frauen immer wieder ihren Körper, ihre Identität, ihre Würde verteidigen müssen – im echten Leben und auch im Netz. Was Collien Fernandes beschreibt, ist Gewalt.“

Schwesig fügte hinzu: „Zehn Jahre lang wurde ihr Körper gestohlen – von jemandem, dem sie vertraut hat. Frauen und Mädchen seien kein Freiwild. Wer das noch immer nicht verstanden habe, müsse es spüren – vor Gericht.“ Sie dankte Fernandes und ermutigte andere Frauen: „Ihr seid nicht allein. Sprecht. Zeigt an. Die Scham muss die Seite wechseln.“

Collien Fernandes ist als Schauspielerin vor allem aufgrund ihrer Rolle als Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado in der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ bekannt. Der Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt und Diskussionen über Gewalt im digitalen Raum sowie den Umgang von Behörden mit solchen Anzeigen ausgelöst.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration