Cyberangriff auf Greifswalder Klinik: Datenschützer warnt Patienten vor Datenklau
Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schmidt, hat am Mittwochmittag einen schwerwiegenden Cyberangriff auf die BDH-Kliniken in Greifswald bestätigt. Das Krankenhaus meldete eine „schwerwiegende Datenpanne“, bei der Teile der IT-Infrastruktur betroffen sind. Die medizinische Versorgung der Patienten bleibt laut Angaben der Klinik jedoch weiterhin sichergestellt.
Unklare Datenlage und isolierte Systeme
„Noch ist unklar, ob und in welchem Umfang sensible Patientendaten abgeflossen sind“, erklärte Schmidt. Die betroffenen Systeme wurden umgehend isoliert, und Notfallprozesse wurden aktiviert, um den Schaden zu begrenzen. Der Datenschützer betonte, dass Krankenhäuser zu den sensibelsten Bereichen der digitalen Infrastruktur gehören. Ein solcher Angriff bedroht nicht nur die Datensicherheit, sondern kann auch die Funktionsfähigkeit der medizinischen Versorgung erheblich beeinträchtigen.
Wachsende Bedrohung für das Gesundheitswesen
Cyberangriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens nehmen bundesweit zu. Selbst wenn die medizinische Grundversorgung gewährleistet bleibt, können Ausfälle oder Einschränkungen der Krankenhaus-IT die Abläufe behindern und zu Verzögerungen führen. Schmidt wies darauf hin, dass solche Vorfälle die gesamte digitale Infrastruktur des Gesundheitssektors gefährden.
Wichtige Verhaltensregeln für Patienten und Beschäftigte
Für betroffene Patienten und Beschäftigte bedeutet der Vorfall, besonders aufmerksam zu bleiben. „Cyberkriminelle nutzen solche Situationen häufig aus, um gefälschte E-Mails, Nachrichten oder Anrufe zu versenden, die seriös wirken, aber nur darauf abzielen, persönliche Informationen zu stehlen“, warnte Schmidt. Er gab konkrete Handlungsempfehlungen:
- Sensible Daten schützen: Geburtsdatum, Versichertennummer oder medizinische Informationen sollten niemals herausgegeben werden, wenn der Absender nicht eindeutig identifizierbar ist.
- Vorsicht bei Nachrichten: Unbekannte Anhänge und Links in E-Mails oder Nachrichten, die nicht klar zugeordnet werden können, sollten nicht geöffnet werden.
- Keine Reaktion auf unklare Anfragen: Niemand sollte auf Anfragen reagieren, die nach persönlichen Gesundheitsinformationen fragen, ohne die Quelle zu überprüfen.
- Direkte Nachfrage: Im Zweifelsfall sollten Betroffene direkt über die vom Krankenhaus eingerichtete Hotline nachfragen, um Missbrauch zu vermeiden.
Zusammenarbeit und Informationskampagne
Der Vorfall unterstreicht laut Schmidt erneut die immense Bedeutung von Cybersicherheit im Gesundheitswesen. Kliniken arbeiten in der Regel eng mit Behörden zusammen, um ihre Systeme zu schützen und im Falle eines Angriffs den Schaden möglichst gering zu halten. Gleichzeitig trägt die Bevölkerung durch umsichtiges Verhalten zur Risikominimierung bei. Die BDH-Kliniken informieren derzeit die Patienten über allgemein zugängliche Kanäle, um Transparenz zu gewährleisten.
Die BDH-Klinik Greifswald im Profil
Die BDH-Klinik Greifswald vereint als ausgewiesenes Schwerpunktzentrum ein Akutkrankenhaus und eine Rehabilitationsklinik unter einem Dach. Sie ist spezialisiert auf die Frührehabilitation und Rehabilitation schwerst schädelhirngeschädigter Patienten. Zudem gewährleistet die Klinik die umfassende Behandlung querschnittgelähmter Patienten für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Vorfall zeigt, wie kritisch die Sicherheit solcher Einrichtungen für die medizinische Versorgung der Region ist.



