Cyberkriminelle erpressen Patienten nach Angriff auf Greifswalder Klinik
Ein massiver Cyberangriff hat im Februar 2026 die BDH-Klinik in Greifswald getroffen und zu einem umfangreichen Diebstahl sensibler Patientendaten geführt. Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA MV) sowie der Landesdatenschutzbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern (LfDI MV) haben nun eine dringende Warnung an ehemalige Patienten der Einrichtung herausgegeben. Die gestohlenen Daten werden aktuell von Erpressern genutzt, um betroffene Personen mit gezielten Drohmails unter Druck zu setzen.
Behörden geben klare Verhaltenshinweise für Betroffene
Die zuständigen Behörden appellieren eindringlich an alle potenziell betroffenen Patienten, äußerst wachsam zu bleiben und keinesfalls auf verdächtige Kommunikationsversuche zu reagieren. Dies betrifft insbesondere:
- E-Mails mit unbekanntem Absender oder ungewöhnlichem Inhalt
- Telefonanrufe von angeblichen Behördenvertretern oder Klinikmitarbeitern
- Nachrichten über andere digitale Kanäle wie Messenger-Dienste
Sebastian Schmidt, der Landesdatenschutzbeauftragte, betont: "Krankenhäuser gehören zu den besonders schutzbedürftigen Teilen unserer digitalen Infrastruktur. Bei einem Angriff dieser Art stehen nicht nur persönliche Daten auf dem Spiel, sondern auch die Funktionsfähigkeit der medizinischen Versorgung kann erheblich beeinträchtigt werden."
Zahlungsforderungen unbedingt ignorieren
Ein zentraler Ratschlag der Ermittlungsbehörden lautet, auf keinerlei Zahlungsforderungen einzugehen. Eine etwaige Überweisung an die Täter bietet keinerlei Garantie für die Löschung der gestohlenen Daten. Vielmehr besteht das erhebliche Risiko, dass weitere Forderungen folgen – entweder von denselben Cyberkriminellen oder von anderen Akteuren, die Zugang zu den illegal erworbenen Informationen erhalten haben.
Besondere Vorsicht ist im Umgang mit E-Mail-Anhängen und Links geboten. Diese könnten Schadsoftware enthalten, die zusätzlichen Schaden anrichtet oder weitere sensible Daten ausspäht. Im Verdachtsfall sollten Betroffene unverzüglich die Onlinewache der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern kontaktieren und Anzeige erstatten.
Medizinische Versorgung bleibt gewährleistet
Trotz des schwerwiegenden Cyberangriffs ist die medizinische Versorgung der Patienten in der BDH-Klinik Greifswald weiterhin vollumfänglich gesichert. Die Klinikleitung und die zuständigen Behörden arbeiten intensiv daran, die Sicherheitslücken zu schließen und die Systeme zu stabilisieren.
Aufgrund der laufenden Ermittlungen können derzeit keine detaillierten Auskünfte über den genauen Umfang des Datenlecks oder den Stand der strafrechtlichen Verfolgung gegeben werden. Die Behörden warnen jedoch vor der Gefahr, dass Kriminelle in der aktuellen Situation versuchen könnten, mit scheinbar seriösen Kommunikationsversuchen an weitere sensible Informationen wie Geburtsdaten, Versichertennummern oder medizinische Befunde zu gelangen.
Alle betroffenen oder besorgten Bürger werden aufgefordert, bei verdächtigen Vorfällen sofort die offiziellen Meldewege der Landespolizei zu nutzen und keine eigenständigen Maßnahmen zu ergreifen, die die Ermittlungen beeinträchtigen könnten.



