Die Wachsaison an den deutschen Küsten hat begonnen. Von Borkum bis Usedom sorgen rund 7.000 Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für sicheren Badespaß. Die ersten Stationen sind bereits besetzt, weitere folgen in den kommenden Wochen.
Start der Saison und besetzte Stationen
Bereits am 25. April öffneten die DLRG-Stationen auf Borkum und Langeoog sowie in Hohwacht. An den ersten beiden Mai-Wochenenden kamen weitere hinzu. Bis Ende Mai werden etwa drei Viertel der insgesamt 81 Stationen mit rund 100 Badestellen in Betrieb sein. Die restlichen Stationen folgen im Juni und Juli, wie DLRG-Sprecher Martin Holzhause mitteilte.
Dauer der Wachsaison
Nach den Sommerferien schließen die ersten Stationen. Im September wird vielerorts noch bewachtes Baden angeboten. Anfang Oktober endet der Dienst auf Langeoog, während auf Borkum die Saison erst am 17. Oktober abgeschlossen wird.
Sicherheit beim Baden im Meer
Die DLRG betont, dass das Baden im Meer gefährlicher ist als in Binnengewässern. Der Untergrund kann sich schnell ändern: Es entstehen Tiefen, Sandbänke bilden sich oder verschwinden. Wind und Strömung beeinflussen das Wasser permanent. „Ein ruhiges Badegebiet kann durch umschlagenden Wind oder ungünstige Strömung innerhalb weniger Minuten zum tosenden Meer werden“, warnt Holzhause.
Erkennung bewachter Strände
Badegäste sollten immer bewachte Badestellen aufsuchen. Diese sind an den Strand-Sicherheitsflaggen zu erkennen. Eine gelb-rote Flagge zeigt an, dass Rettungsschwimmer im Dienst sind. Eine zusätzliche gelbe Flagge warnt unsichere Schwimmer vor Gefahr. Weht nur eine rote Flagge, besteht Lebensgefahr – dann darf niemand ins Wasser.
Personalbedarf an den Küsten
In der vergangenen Saison waren über 7.000 Rettungsschwimmer im Einsatz, in der Hochsaison bis zu 850 gleichzeitig. Die durchschnittliche Einsatzzeit der Ehrenamtlichen ist jedoch gesunken: von knapp 14 Tagen auf weniger als zehn Tage. „Deshalb müssen wir die Aufgabe auf mehr Schultern verteilen“, so Holzhause. Die gute Nachricht: Dies gelang zuletzt gut.
Personalsituation
Vor allem in der Vor- und Nebensaison werden noch Rettungsschwimmer gesucht. „Wir können nahezu überall noch mehr Einsatzkräfte gebrauchen, insbesondere von jetzt bis Mitte Juli“, sagt Holzhause. Eine Station, die über die gesamte Saison personell komplett besetzt ist, gibt es praktisch nicht. Für die Hauptferienzeit im Juli und August sieht es besser aus, doch bis dahin freut sich die DLRG über jede Bewerbung.
Voraussetzungen für Rettungsschwimmer
Bewerber müssen mindestens 16 Jahre alt sein und das Rettungsschwimmabzeichen Silber besitzen. Mehr als die Hälfte der Rettungsschwimmer ist unter 26 Jahre alt, die jüngsten sind 16, die ältesten über 70. In der Vorsaison sind viele Bundesfreiwilligendienstleistende im Einsatz. Der Frauenanteil steigt: In der Altersklasse 16 bis 24 Jahre waren zuletzt fast genauso viele Frauen wie Männer im Einsatz.
Treue der Rettungsschwimmer
Rund 70 Prozent der Rettungsschwimmer sind auch in der nächsten Saison wieder dabei. Manche kehren gern an denselben Ort zurück, andere nutzen die Gelegenheit, neue Orte kennenzulernen. Einige engagieren sich bereits seit Jahrzehnten. Viele DLRG-Ortsvereine organisieren jährlich Gruppen, die geschlossen den Wachdienst an einer Station übernehmen.



