Dubai-Urlauberin aus Mecklenburg-Vorpommern festsitzend: Wehrt sich gegen Kritik und schildert dramatische Nächte
Dubai-Urlauberin aus MV festsitzend: Wehrt sich gegen Kritik

Dubai-Urlauberin aus Mecklenburg-Vorpommern festsitzend: Wehrt sich gegen Kritik und schildert dramatische Nächte

Kathleen Grams, eine 48-jährige Unternehmerin aus Würselen bei Aachen mit familiären Wurzeln in Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern, steckt derzeit in einer außergewöhnlichen und beängstigenden Situation fest. Gemeinsam mit ihrem Partner Dieter befindet sie sich seit Tagen in Dubai, wo ihr geplanter Rückflug nach Deutschland aufgrund des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran abrupt storniert wurde. Die eigentlich entspannte Urlaubsreise, die mit einer Kreuzfahrt auf der „Mein Schiff 5“ und einem Aufenthalt in Dubai begann, hat sich in ein nervenaufreibendes Warten auf eine Heimreise verwandelt.

Plötzliche Stornierung und improvisierte Gemeinschaft

Für Sonntag hatten wir unsere Rückflüge gebucht, berichtet Kathleen Grams mit einem Hauch von Resignation in der Stimme. Doch die Fluggesellschaften reagierten auf die militärischen Auseinandersetzungen und annullierten die Verbindungen. Seitdem versucht sie nicht allein, eine Lösung zu finden: Zufällig traf sie in Dubai zwei befreundete Pärchen aus der Nähe von Aachen, mit denen sie nun gemeinsam die Situation meistert. Wir unterstützen einander. Unsere Freundschaft wird dadurch vertieft. Eine solche Erfahrung prägt uns, erklärt sie die unerwartete Solidarität in der Krise.

Kritik an Panikmache und Lob für Dubais Krisenmanagement

Während sie über ihr Handy versucht, auf dem Laufenden zu bleiben, stößt Kathleen Grams auf ein widersprüchliches Bild in den sozialen Medien. Ich stimme Influencern zu, die berichten, dass alles ruhig verläuft und gut organisiert ist, betont sie. Gleichzeitig kritisiert sie scharf diejenigen, die falsche Nachrichten verbreiten und unnötige Panik schüren. Sie hebt hervor, dass Dubai die Ausnahmesituation hervorragend im Griff habe und sich aktiv um gestrandete Urlauber kümmere, etwa durch Hotelunterkünfte auch für jene, die sich Zusatzkosten nicht leisten können. Man sollte nicht vergessen, dass hier ein Ausnahmezustand herrscht, mahnt sie.

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Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für sie jedoch: Ich finde es nur schade, dass ein Austausch mit Deutschland kaum möglich ist. Ich hätte mir in dieser Hinsicht mehr Ansprache und Informationen gewünscht, äußert sie enttäuscht über die mangelnde Kommunikation von deutscher Seite.

Von Entspannung zu Angst: Die dramatische Wendung

Noch am vergangenen Donnerstag genoss das Paar entspannte Tage auf den künstlichen Palm Islands, bummelte durch Einkaufszentren und bewunderte die spektakuläre Lichtershow am 828 Meter hohen Burj Khalifa. Doch der Samstag nahm eine jähe Wende: Gegen 13:30 Uhr unterbrachen zwei heftige Explosionen die Ruhe. Es wurde kurz still, jeder schaute sich um, zuckte mit den Schultern und setzte seinen Tag wie gewohnt fort, erinnert sich Kathleen Grams. Erst Stunden später wurde ihnen klar, dass es sich um Luftabwehrmaßnahmen handelte, als sie von einem israelischen Präventivschlag gegen den Iran erfuhren.

Die Nacht darauf sollte sich als besonders traumatisch erweisen. Während eines Bades hörte Kathleen Grams einen fürchterlichen Knall, rannte zum Fenster und wurde Zeugin, wie Verteidigungsmaßnahmen Angriffe abwehrten. Vor unseren Augen schossen Feuerfunken durch die Luft, und einige stürzten ins Meer, schildert sie mit bebender Stimme. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst, gesteht sie. Die Angriffe dauerten bis spät in die Nacht, und an Schlaf war kaum zu denken. Ihre Gedanken kreisten unaufhörlich um ihre Großmutter und deren Kriegserfahrungen.

Alltag im Ausnahmezustand und finanzielle Unsicherheit

Inzwischen haben sich Kathleen Grams und ihr Partner in ein Hotel in Dubai City begeben, um in der Nähe ihrer Freunde zu sein. Das Personal empfing sie herzlich und ermöglicht tägliche Verlängerungen, bis ein Heimflug gefunden ist. Doch von Urlaubsstimmung kann keine Rede mehr sein. Wir haben keine Lust, etwas zu unternehmen. Stattdessen versuchen wir, glaubwürdige Informationen zu erhalten, erklärt sie. Jeden Tag hoffen sie auf eine Flugbestätigung, doch bisher erhielten sie nur Absagen.

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Finanziell bedeutet die ungeplante Verlängerung eine zusätzliche Belastung: Das Paar muss bisher die Kosten für die ungeplant verlängerte Reise aus eigener Tasche bezahlen, bedauert Kathleen Grams. Zwar gebe es Berichte über Kostenübernahmen, doch konkrete Informationen dazu fehlten.

Familie in Mecklenburg-Vorpommern in Sorge

Ihre Mutter und Geschwister in Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern, machen sich große Sorgen. Ich telefoniere regelmäßig mit meiner Mama. Sie braucht sich keine Sorgen zu machen, uns geht es gut. Aber ich möchte gerne schnell nach Hause, versichert Kathleen Grams. Der Alltag in Dubai gehe zwar weiter, und sie fühle sich grundsätzlich sicher, doch jedes Geräusch der Luftabwehr lasse sie erschrecken, besonders in den Nächten während des Ramadan.

Ob sie jemals wieder nach Dubai reisen wird, kann sie derzeit nicht sagen. Wir mögen Dubai und würden jederzeit gerne in Frieden dort Urlaub machen. Das Erlebte werde ich nie vergessen, hauptsächlich nicht die erste Nacht, resümiert sie. Ihr größter Wunsch ist nun ein gemeinsamer Flug mit ihren Freunden am Freitag und eine gesunde Ankunft in Deutschland. Mittlerweile sind erste Flugzeuge aus Dubai in Frankfurt, München und Düsseldorf gelandet, was Hoffnung auf eine baldige Rückkehr schürt.