Streng geheim: Ecovista kämpft mit Lohnverzug und Busproblemen bei Schienenersatz
Ecovista: Lohnverzug und Busprobleme bei Schienenersatzverkehr

Streng geheim: Ecovista kämpft mit Lohnverzug und Busproblemen bei Schienenersatz

In einer brisanten Enthüllung zeigt sich, dass das Busunternehmen Ecovista nicht nur mit erheblichen Problemen bei seinem Schienenersatzverkehr (SEV) zu kämpfen hat, sondern auch mit Verzögerungen bei Lohnzahlungen an Mitarbeiter. Ein internes Dokument, das dem Nordkurier vorliegt, offenbart eine angespannte Situation, die das Unternehmen streng geheim halten wollte.

Interne Anweisung: Schweigen nach außen

Unter Punkt 5 der „Information der Geschäftsführung zum SEV-Projekt“ macht Ecovista-Geschäftsführer Michael Bader unmissverständlich klar: „Bitte kommuniziert keinerlei Informationen nach außen – weder an Presse, Öffentlichkeit noch Partnerunternehmen.“ Diese Anweisung verbietet es den Adressaten, über die aktuellen Vorgänge im Unternehmen zu sprechen. Das Rundschreiben bezieht sich auf den Schienenersatzverkehr, mit dem die Deutsche Bahn Ecovista aufgrund der neunmonatigen Vollsperrung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg beauftragt hat.

Verzögerungen bei Lohnzahlungen und Busflottenprobleme

In dem Schreiben, das die Unterschrift von Ecovista-Inhaber Michael Bader trägt, räumt die Geschäftsführung ein, dass wegen „Unstimmigkeiten zwischen uns und unserem Investor“ Ecovista zum 1. März gezwungen war, seine Busflotte komplett auszutauschen. Dieser Austausch hatte landesweit für Aufsehen und Entrüstung seitens Politik und Deutscher Bahn gesorgt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Weiter heißt es: „Aufgrund der kurzfristigen Umsetzung werden es keine Neufahrzeuge sein, sondern Fahrzeuge aus dem Gebrauchtmarkt. Die Ausstattung liegt teilweise nicht ganz auf dem Niveau der neuen SEV Busse.“ Diese Formulierung erweist sich als erstaunliche Untertreibung – dem Nordkurier liegen Schilderungen und Bilder von regelrecht vergammelten Fahrzeugen vor.

Heikle Situation bei Löhnen

Besonders heikel ist ein weiterer Punkt der Mitarbeiterinformation. Auf die Frage „Was ist mit den Lohnzahlungen?“ antwortet Bader: „Es kommt derzeit zu einer Verzögerung, da der Investor die angewiesenen Löhne aufgrund der Streitigkeiten zurückhält. Wir haben eine Lösung gefunden, damit wir am Montag oder spätestens Dienstag die Löhne auszahlen können.“

Auf eine Anfrage des Nordkuriers vom Mittwoch dieser Woche, ob die Lohnzahlungen bei Ecovista aktuell und künftig gesichert seien, antwortete die Pressestelle des Busunternehmens ausweichend: „Alle Mitarbeiter haben aktuell ihren Lohn bzw. ihr Gehalt erhalten und werden das auch in Zukunft tun.“

Fahrtausfälle und Qualitätsstandards

Gleichzeitig räumte Ecovista auf Nachfrage ein, dass es am vergangenen Wochenende zu Fahrtausfällen gekommen sei. Bezüglich der von der Deutschen Bahn als Auftraggeber scharf kritisierten nicht eingehaltenen Qualitätsstandards sagte die Pressestelle: „Alle eingesetzten Fahrzeuge werden von uns vor Inbetriebnahme überprüft und entsprechen den Anforderungen an den Linienverkehr.“

Die Situation zeigt, wie Ecovista trotz öffentlichkeitswirksamer Auftritte – wie dem von Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) Mitte Januar mit Geschäftsführer Michael Bader – intern mit erheblichen Herausforderungen kämpft. Die Kombination aus Lohnverzug und einer maroden Busflotte wirft Fragen zur Zuverlässigkeit des Unternehmens beim wichtigen Schienenersatzverkehr auf.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration