Eisbrecher "Arkona" meistert harte Winterbedingungen in der Ostsee
Im eisigen Winter 2026 beweist die "Arkona" erneut ihre Stärke als modernstes und größtes Schiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund. Mit 6600 PS schiebt sich der 70 Meter lange und 15 Meter breite Kraftprotz mühelos durch bis zu 30 Zentimeter dickes Festeis im Greifswalder Bodden, um die Schifffahrtsrinnen freizuhalten.
Dauereinsatz für den reibungslosen Handel
Seit Ende Januar ist die "Arkona" im Dauereinsatz, um Frachter zu den wichtigen vorpommerschen Häfen Stralsund, Ladebow, Vierow und Lubmin zu eskortieren. Nur so können Schiffe ohne Zeit- und Geldverlust laden und löschen, selbst wenn heftige Ostwinde Eiswälle aufschieben. Der Kapitän erklärt: "Das oberste Prinzip der Wasserstraßenverwaltung - Sicherheit und die Leichtigkeit der Schifffahrt - muss stets gewährleistet sein." Dieser Service ist für die Schifffahrt kostenfrei, obwohl das Schiff den Bund täglich über 50.000 Euro kostet, inklusive Abschreibung, Personal und Notfallbereitschaft.
Technische Meisterleistung gegen das Eis
Die "Arkona" verfügt über um 360 Grad schwenkbare Azipod-Propellergondeln mit Elektroantrieb, die ein problemloses Manövrieren vorwärts und rückwärts im geschlossenen Eis ermöglichen. Bei bis zu zwölf Knoten durchbricht sie verbackenes Trümmereis, während eine isolierende Schneedecke das darunter liegende Eis vor weiterem Wachstum schützt. Im Vergleich zu ihrem Vorgänger "Stephan Jantzen", der im strengen Eiswinter 1996/97 im Einsatz war und heute als Museumsschiff in Rostock zu sehen ist, setzt die "Arkona" neue Maßstäbe in Effizienz und Leistung.
Wirtschaftliche Bedeutung und internationale Regelungen
Eisbrecher wie die "Arkona" sind teure Investitionen, halten aber den Handel am Laufen und verhindern große volkswirtschaftliche Schäden durch blockierte Häfen. Der Kapitän resümiert: "Eisbrecher-Kosten sind ein Klacks dagegen." Diese Regelung gilt weltweit und sichert nachhaltig die deutschen Häfen an der östlichen Ostsee. In ruhigen Momenten, wenn das Schiff im Eis "einparkt" und auf den nächsten Frachter wartet, herrscht eine ungewohnte Stille, nur unterbrochen vom leisen Knistern der Eisschollen. Für die internationale Gemeinschaft der Eisbrecher-Fahrer lautet das Motto denn auch: "Ice is nice!"



