Feuerwehr-Affäre in Friedland: Vertrauensfrage spaltet Kameraden
Feuerwehr-Affäre: Vertrauensfrage spaltet Kameraden

Feuerwehr-Affäre in Friedland: Vertrauensfrage spaltet Kameraden

Die Kontroverse um Friedlands Feuerwehrchef Stephan Drews scheint sich nicht so schnell aufzulösen wie der Rauch bei einer Übung. Obwohl die Stadtfeuerwehrleute ihren Ortswehrführer mehrheitlich für geeignet halten, zeigt sich in den umliegenden Dörfern ein deutlich anderes Stimmungsbild.

Geheime Abstimmung offenbart tiefe Gräben

In einer nicht-öffentlichen Versammlung im Friedländer Feuerwehrhaus haben sich die Kameraden in einer geheimen Abstimmung zur persönlichen Eignung ihres Wehrführers geäußert. Bürgermeister Frank Nieswandt (Die Linke) teilte mit, dass 27 von 44 Stadtfeuerwehrleuten den 45-jährigen Stephan Drews für persönlich befähigt halten, während 17 gegenteiliger Meinung waren.

Anders sieht das Bild jedoch bei den Feuerwehrleuten aus den zugehörigen Dörfern aus, deren Gemeindewehrführer Drews ebenfalls ist. Hier zeigte sich eine völlige Pattsituation: 31 Kameraden hielten ihn für geeignet, 31 für nicht geeignet. „Unentschieden bedeutet, dass das Vertrauen nicht ausgesprochen wurde“, erklärte Bürgermeister Nieswandt die Bedeutung dieses Ergebnisses.

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Vierstündige Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Abstimmung war eine rund vierstündige Anhörung vorausgegangen, an der etwa 70 Feuerwehrleute teilnahmen. Die Veranstaltung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da es sich laut Nieswandt um eine Personalangelegenheit handelt, deren Details trotz der Prominenz der Hauptperson nicht öffentlich diskutiert werden sollten.

Während der Anhörung hatten sich mehrere Beteiligte geäußert, darunter auch Stephan Drews selbst. Die Stadtvertreter, auf deren Initiative die Versammlung zurückging, nutzten die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen. Sie werden voraussichtlich in ihrer turnusmäßigen Sitzung am 29. April entscheiden, ob sie die persönliche Eignung von Drews für gegeben halten.

Persönliche Eignung im Fokus

Bürgermeister Nieswandt betonte, dass die fachliche Eignung des Wehrführers zu keiner Zeit in Frage gestanden habe. Es gehe ausschließlich um seine persönliche Eignung, die laut Brandschutzgesetz folgende Kriterien umfasst:

  • Loyalität gegenüber dem Träger der Feuerwehr und gegenüber Vorgesetzten
  • Selbstkontrolle und Vorbildfunktion
  • Die Fähigkeit, Konfliktsituationen sachlich zu lösen

Vorgeschichte der Suspendierungen

Die aktuelle Situation hat eine längere Vorgeschichte: Seit Dezember hatte Bürgermeister Nieswandt seinen Orts- und Gemeindewehrführer dreimal vom Dienst suspendiert und dessen persönliche Eignung angezweifelt. Die Lage spitzte sich weiter zu, bis es am 18. März zu einem Polizeieinsatz in Friedland kam, bei dem unklar blieb, was genau vorgefallen war.

In der Folge suspendierte Landrat Thomas Müller (CDU) Stephan Drews auch von seinem Dienst als Kreiswehrführer der Mecklenburgischen Seenplatte. Am 21. März entzogen ihm die Mitglieder des Kreisfeuerwehrverbands in einer geheimen Wahl das Vertrauen und beurlaubten ihn – ein Status, der bis heute andauert.

Struktur der Friedländer Feuerwehr

Zur Friedländer Feuerwehr gehören:

  1. Die Hauptwehr Friedland
  2. Die Ortswehren Brohm und Eichhorst-Genzkow
  3. Eine in Friedland ansässige Jugendfeuerwehr

Stephan Drews war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Entscheidung über seine Zukunft als Wehrführer bleibt damit weiterhin in der Schwebe, während die Feuerwehrkameraden in Friedland und den umliegenden Dörfern gespalten über die Führungskompetenz ihres Chefs sind.

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