Überraschende Förderzusage: Feuerwehr Neuensund erhält 750.000 Euro für Gerätehaus-Ausbau
Die Feuerwehr im Strasburger Ortsteil Neuensund kann aufatmen: Mit einer unerwarteten Förderzusage in Höhe von 750.000 Euro aus dem Musterfeuerwehrhaus-Programm der Landesregierung rückt der dringend benötigte Aus- und Umbau des Gerätehauses in greifbare Nähe. Kulturministerin Bettina Martin (SPD) übergab die Förderankündigung persönlich an Strasburgs Bürgermeister Klemens Kowalski (parteilos).
Dringender Modernisierungsbedarf seit Jahren
Das aktuelle Gerätehaus stammt aus dem Jahr 1992 und genügt längst nicht mehr den modernen Anforderungen. Gemeindewehrführer René Gosse und Neuensunds Wehrführer Detlef Großklaus schildern die prekäre Situation: „Die Umkleidekabinen befinden sich im selben Raum wie das Löschfahrzeug. Eine Trennung zwischen Männern und Frauen ist nicht gegeben, und es fehlt komplett an einer Schwarz-Weiß-Trennung für die Feuerwehrkleidung“, erklärt Gosse. Diese Mängel wurden bereits von der Feuerwehr-Unfallkasse moniert.
Zusätzlich fehlt Platz für einen perspektivisch anzuschaffenden Mannschaftssportwagen und für die Ausbildung der Jugendwehr. Die Neuensunder Wehr zählt aktuell 38 Mitglieder, darunter 19 aktive Kameradinnen und Kameraden, die dringend auf verbesserte Arbeitsbedingungen angewiesen sind.
Landesprogramm ermöglicht kosteneffizienten Umbau
Ministerin Martin würdigte bei der Übergabe das Engagement der Feuerwehrleute: „Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern sind rund um die Uhr für die Sicherheit ihrer Mitbürger da – ehrenamtlich und mit viel Einsatz für das Gemeinwohl. Sie leisten wichtige Jugendarbeit und stärken den sozialen Zusammenhalt“. Das Musterfeuerwehrgerätehaus-Programm der Landesregierung ermögliche es Kommunen, bestehende Gebäude kosteneffizient anzupassen oder neue zu errichten.
Neben den 750.000 Euro vom Land hofft die Stadt Strasburg auf eine zusätzliche Unterstützung des Landkreises in Höhe von 220.000 Euro für zwei Stellplätze. Die Planungskosten für das Projekt sind bereits im aktuellen Haushalt eingestellt.
Zeitplan und finanzielle Herausforderungen
Laut Anke Heinrichs, Leiterin des Strasburger Ordnungsamtes, war die schnelle Förderzusage überraschend. „Nun müssen wir die notwendigen Unterlagen bis Ende August zusammenstellen, inklusive des Zuwendungsbescheids vom Landkreis“, so Heinrichs. Geplant sei ein Anbau in etwa der gleichen Größe wie das bestehende Gebäude nach hinten. Mit den Bauarbeiten könnte voraussichtlich im kommenden Jahr begonnen werden.
Bürgermeister Kowalski rechnet mit Gesamtkosten von etwa 1,9 Millionen Euro für das Neuensunder Projekt. Nach Abzug der erwarteten Förderungen in Höhe von rund einer Million Euro verbleibt ein Eigenanteil von etwa 900.000 Euro. „Das müssen wir uns erarbeiten. Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, also müssen wir die Mittel irgendwie aufbringen“, betonte Kowalski. Die Stadt sieht sich in der Verantwortung, die notwendigen finanziellen Ressourcen für diese essentielle kommunale Aufgabe bereitzustellen.



