Feuerwehrkrise in Malchin: Vize-Amtswehrführer tritt nach internen Konflikten zurück
Die Feuerwehren im Amt Malchin stehen vor einer personellen Herausforderung. Dirk Giese hat sein Amt als stellvertretender Amtswehrführer niedergelegt, wie er gegenüber dem Nordkurier bestätigte. Als Hauptgrund für seinen Rücktritt nannte er eine mangelnde Zusammenarbeit mit einzelnen Wehren und Bürgermeistern der Region.
„Es ist ein ständiger Kampf und mehr ein Gegeneinander“, erklärte Giese in einem Interview. Er betonte, dass er aufgrund der anhaltenden Spannungen auch auf seine Gesundheit achten müsse. Die Situation habe sich so zugespitzt, dass ein weiteres Verbleiben in der Position nicht mehr tragbar sei.
Missstände versus Meinungsverschiedenheiten
Die Kontroversen beschränken sich nicht nur auf die Amtswehrführung. Auch innerhalb der Malchiner Feuerwehr, deren Mitglied Dirk Giese ist, gab es erhebliche Auseinandersetzungen. Giese hatte hier auf vermeintliche Missstände hingewiesen und darauf gedrängt, dass strikt nach Recht und Gesetz gehandelt wird. Welche konkreten Missstände dies betrifft, wollte er jedoch nicht öffentlich machen.
In der Wehrführung sieht man die Situation deutlich anders. Hier ist von grundlegenden Meinungsverschiedenheiten die Rede, bei denen einige Beteiligte nicht in der Lage seien, diese intern angemessen zu klären oder sich der Mehrheitsmeinung sowie festgelegten Regeln unterzuordnen.
Klageandrohung und familiäre Verflechtungen
Besonders belastend war offenbar das Verhalten eines Kameraden, der gleichzeitig in der Stadtverwaltung arbeitet. „Am meisten hat uns hier das Verhalten eines Kameraden beschäftigt, der auch noch in unserer Verwaltung arbeitet“, sagte Malchins Wehrführer René Giese auf der Jahreshauptversammlung.
Er berichtete von mehreren Vorfällen, die schließlich sogar mit einer Klageandrohung dieses Kameraden gegenüber dem Vorstand endeten. Ohne Namen zu nennen, wurde deutlich, dass es sich dabei um Dirk Giese handelt, der als Rathausmitarbeiter für den Bereich Brandschutz in der Stadt und im Amt Malchin zuständig ist. Bemerkenswert ist dabei die familiäre Verbindung: Dirk Giese ist der Bruder von Wehrführer René Giese.
Krisengespräch ohne nachhaltige Lösung
Ein Krisengespräch zwischen den Beteiligten konnte die Wogen zwar vorübergehend glätten, brachte aber keine grundlegende Lösung. Wehrführer René Giese kommentierte die Situation ernüchternd: „Eine wirkliche Einsicht des Kameraden über sein Fehlverhalten war aber nicht zu erkennen.“
Die Feuerwehren im Amt Malchin stehen nun vor der Aufgabe, nicht nur einen neuen stellvertretenden Amtswehrführer zu finden, sondern auch die internen Konflikte dauerhaft zu überwinden. Die Ereignisse werfen Fragen nach der Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, Verwaltung und politischen Entscheidungsträgern in der Region auf.



