First Responder in Rehna: Ehrenamtliche Feuerwehrleute schließen Ausbildung erfolgreich ab
In Nordwestmecklenburg wird eine weitere Einheit an qualifizierten Ersthelfern aufgebaut, um die überlebenswichtigen ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Gleichzeitig verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern einen deutlichen Anstieg der Rettungseinsätze, was die Bedeutung solcher Initiativen unterstreicht.
Erfolgreiche Prüfung für 13 Feuerwehrleute
Ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Rehna, Dassow und Schönberg haben eine weitere Hürde auf dem Weg zum Aufbau einer First-Responder-Einheit gemeistert. Alle 13 Lehrgangsteilnehmer absolvierten erfolgreich ihre Abschlussprüfung nach einer umfangreichen 80-stündigen Ausbildung. Die Prüfung umfasste sowohl einen schriftlichen Teil mit 20 Fragen als auch praktische Fallbeispiele, darunter Simulationen von Herzinfarkten oder Zuckerschocks.
Abgenommen wurde die Prüfung von Dr. Felix Bischof, Chefarzt für Anästhesie, Notfall-, Intensiv- und Palliativmedizin im DRK-Krankenhaus Grevesmühlen, sowie Dr. Patricia Bunke, Ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes Nordwestmecklenburg und ehrenamtliche Landesfeuerwehrärztin in MV.
Start der First-Responder-Einheit ab Juli 2026 geplant
Rehnas Wehrführer Henry Wanzenberg kündigte an, dass in den kommenden Wochen die Ausbildung fortgesetzt und technisches Zubehör wie Digitalfunkmelder angeschafft wird. Das Ziel ist ein Start der First-Responder-Einheit ab Juli 2026. Drei Kameraden aus Dassow und Schönberg werden bereits bestehende Lebensretter-Teams in ihren Gemeinden verstärken.
Für ihre Einsätze werden die Helfer aus Rehna einen Mannschaftstransportwagen nutzen, der im Oktober 2025 offiziell an die Feuerwehr übergeben wurde. Dieser Wagen ist mit einer speziellen Vorrichtung ausgestattet, die medizinische Ausrüstung wie Verbandsmaterial, Beatmungsschläuche und Defibrillatoren enthält.
Steigende Rettungseinsätze in Mecklenburg-Vorpommern
Nach Angaben des Sozialministeriums hat sich die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren deutlich erhöht:
- 2018: 184.000 Einsätze
- 2021: 188.500 Einsätze
- 2024: 205.500 Einsätze
Die durchschnittliche Hilfsfrist, also die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, blieb dabei relativ konstant bei etwa 9:20 bis 9:35 Minuten. Gemäß dem Rettungsdienstgesetz MV soll diese Frist im Jahresdurchschnitt nicht mehr als zehn Minuten betragen, mit maximal 15 Minuten in 90-95 Prozent der Einsätze.
Unterstützung durch Sozialministerin und Landesinitiativen
Sozialministerin Stefanie Drese begrüßt das Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrleute und betont: „Qualifizierte Ersthelfer können die überlebenswichtigen ersten Minuten bis zum Eintreffen eines Rettungswagens oder Rettungshubschraubers überbrücken.“ Sie weist darauf hin, dass jeder im Notfall helfen kann, sei es durch das Absetzen eines Notrufs, das Beruhigen von Betroffenen oder den Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen.
Um die Erste-Hilfe-Fähigkeiten in der Gesellschaft zu verbessern, unterstützt das Land MV unter anderem den Verein NOFiAS (Notfallversorgung im ambulanten Sektor), der von Notärzten gegründet wurde. Dieser Verein fördert die medizinische Erstversorgung, Reanimation bei Herzinfarkten und den Ausbau des Netzes mit frei zugänglichen automatisierten externen Defibrillatoren (AED).
Die First-Responder-Initiative in Rehna ist somit ein wichtiger Baustein in der Notfallrettung, der angesichts steigender Einsatzzahlen und der Herausforderungen im ländlichen Raum an Bedeutung gewinnt.



