Autor Frank Wilhelm liest über DDR-Erfindungen und Alltagsgeschichten in Mecklenburg-Vorpommern
Frank Wilhelm liest über DDR-Erfindungen in Mecklenburg-Vorpommern

Autor Frank Wilhelm präsentiert DDR-Geschichten in Mecklenburg-Vorpommern

Der Autor und Nordkurier-Journalist Frank Wilhelm wird in den kommenden Wochen in drei Städten Mecklenburg-Vorpommerns aus seinem Buch lesen. Gemeinsam mit seiner Frau Kerstin Fiedler-Wilhelm bietet er dabei eine besondere Mischung aus Lesung, Witzerzählungen und unterhaltsamen Rätseln an. Die Veranstaltungen finden in Neubrandenburg, Burg Stargard und Stavenhagen statt.

Die Entstehung des Buches über DDR-Erfindungen

Frank Wilhelm benötigte etwa ein Jahr, um sein Buch zu realisieren. Zunächst sammelte er Geschichten von Lesern, doch die Rückmeldungen blieben anfangs spärlich. Daraufhin begab er sich selbst auf Recherchereise durch Ostdeutschland. Er besuchte verschiedene Ausstellungen und Museen, die sich mit der DDR-Geschichte befassen, darunter das DDR-Alltagsmuseum in Malchow, das Zweiradmuseum in Dargen auf Usedom und das Textilmuseum in Forst.

„Die Leute haben sehr gerne mit mir gesprochen“, berichtet Wilhelm. „Sie waren stolz auf das, was sie damals in der DDR erfunden haben, wie sie die oft schwierige Mangelwirtschaft bewältigten.“ Diese positive Grundhaltung und der Erfindungsreichtum unter schwierigen Bedingungen beeindruckten den Autor nachhaltig.

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Besondere Erfindungen und persönliche Erfahrungen

Unter den vielen Geschichten im Buch hat Wilhelm eine besondere Lieblingserfindung: die des Prenzlauers Manfred Richter. Dieser konstruierte und schweißte eine Metallkonstruktion, mit der er mehr als 900 Hohlblocksteine aus Zement goss. Mit diesen Steinen baute er sich einen kompletten Stall, der heute noch steht – ein beeindruckendes Beispiel für praktische Problemlösung.

Frank Wilhelm selbst, der aus der DDR stammt, bezeichnet sich nicht als Erfinder, hat aber handwerkliche Fähigkeiten von seinem Vater übernommen. „Ich habe von ihm beispielsweise das Malern und Tapezieren gelernt“, erzählt er. „Ich kann sagen, dass ich bislang all meine Behausungen selbst gemalert und gestrichen habe.“ Diese Fähigkeiten kommen ihm auch heute noch zugute, wie er mit einem Augenzwinkern anmerkt: „Meine Frau hat schon angemahnt: Dieses Jahr stehen wieder große Renovierungsmaßnahmen an.“

Regionale Unterschiede und Veranstaltungsdetails

Bei seinen Recherchen hat Wilhelm Mecklenburg-Vorpommern in Bezug auf Erfindungsreichtum als eine Einheit wahrgenommen. Allerdings beobachtet er Unterschiede zwischen den einzelnen ostdeutschen Bundesländern. „Ohne den Nordlichtern zu nah zu treten, sind die Sachsen meiner Erfahrung nach erfindungsreicher“, so seine Einschätzung. Gleichzeitig lädt er alle ein, die noch unentdeckte, selbst gebaute Geräte aus DDR-Zeiten besitzen, sich bei ihm zu melden.

Die Lesungen richten sich ausdrücklich auch an Menschen, die nie in der DDR gelebt haben. „Es ist keine Buch-Lesung im klassischen Sinne“, betont Wilhelm. „Wir wollen ein bisschen Spaß und Unterhaltung bieten und unverkrampft über die DDR plaudern.“

Die Termine im Überblick:

  • 12. März, 18 Uhr: Lindetal-Center in Neubrandenburg
  • 27. März, 19 Uhr: Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen
  • 7. Mai, 18 Uhr: Marie-Hager-Haus in Burg Stargard

Neben den Geschichten aus dem Buch „Einfach total genial“ werden Frank Wilhelm und seine Frau auch unveröffentlichte Papa-Kolumnen präsentieren. Obwohl es genügend Material für ein drittes Ost-Buch gäbe, plant Wilhelm derzeit keine Fortsetzung, da der Aufwand neben seiner journalistischen Tätigkeit sehr hoch wäre.

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