Fördermittel befreien Ducherow von DDR-Altschulden: Land unterstützt kommunalen Schuldenabbau
Fördermittel befreien Ducherow von DDR-Altschulden

Landesmittel entlasten Ducherow von historischen DDR-Schulden

Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung stehen zahlreiche Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin vor der Herausforderung, finanzielle Altlasten aus der DDR-Zeit zu bewältigen. Besonders betroffen sind Kommunen, die Verbindlichkeiten aus dem früheren staatlichen Wohnungsbau übernehmen mussten. Diese historischen Schulden belasten nach wie vor die kommunalen Haushalte und schränken die Möglichkeiten für dringend benötigte Investitionen und neue Projekte erheblich ein.

Finanzielle Unterstützung für die Gemeinde Ducherow

Die Gemeinde Ducherow im Landkreis Vorpommern-Greifswald gehört zu den Orten, die von diesen Altlasten betroffen sind. Nun hat die Landesregierung eine bedeutende Finanzspritze bereitgestellt. Aus dem kommunalen Entschuldungsfonds stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 414.000 Euro zur Verfügung. Davon wurden bereits 200.000 Euro im Jahr 2022 als Vorauszahlung an die Gemeinde überwiesen. Der Chef der Staatskanzlei, Patrick Dahlemann, übergab nun den offiziellen Förderbescheid an Ducherows Bürgermeister Martin Weitmann.

Die Altschulden stammen ursprünglich aus Krediten, mit denen die DDR-Staatsbank das umfangreiche sozialistische Wohnungsbauprogramm finanzierte. Diese Verbindlichkeiten wurden jedoch im Jahr 1990 mit dem Einigungsvertrag nicht gestrichen, wie es in anderen Bereichen der Fall war. Stattdessen wurden sie auf die neu gegründeten kommunalen Wohnungsgesellschaften und die Gemeinden selbst übertragen. Um diese historische Bürde zu lindern, stellt das Land jährlich 25 Millionen Euro aus einem speziellen Entschuldungsprogramm bereit. Betroffene Gemeinden können sich um diese Mittel bewerben, um ihre Schulden aus DDR-Wohnungsbauprojekten schrittweise abzubauen.

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Ziel: Mehr Handlungsspielraum für Kommunen

Das primäre Ziel dieser Maßnahme ist es, die finanzielle Belastung der Kommunen spürbar zu reduzieren und ihre Handlungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Patrick Dahlemann beschrieb die Situation der Gemeinden treffend mit den Worten, sie bräuchten „Luft zum Atmen“. Gerade angesichts großer Investitionsvorhaben, wie dem Neubau der Regionalen Schule, der mit Kosten in Millionenhöhe verbunden ist, kommen weitere finanzielle Belastungen auf den kommunalen Haushalt zu. Bürgermeister Martin Weitmann zeigte sich daher ausgesprochen dankbar für jede Art von Entlastung, die es der Gemeinde ermöglicht, ihre Ressourcen flexibler einzusetzen.

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Im Rahmen seines Besuchs in Ducherow, der im örtlichen Schloss stattfand, nutzte Patrick Dahlemann die Gelegenheit, mit den ehrenamtlich Engagierten der Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Er wurde von Bürgermeister Martin Weitmann, der Gemeindevertretung sowie den vier Vorstehern der Ortsteile empfangen. Der Landespolitiker lobte ausdrücklich das beeindruckende bürgerliche Engagement in Ducherow und informierte sich über aktuelle und geplante Projekte.

Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines Versorgungszentrums in der ehemaligen Sparkasse und die geplante Schließung der Polizeistation in Ducherow. Dahlemann ermutigte die Beteiligten, ihren wertvollen Einsatz fortzusetzen und betonte die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft für die Entwicklung ländlicher Regionen. Diese finanzielle Unterstützung durch das Land ist ein wichtiger Schritt, um Ducherow von historischen Lasten zu befreien und die Grundlage für eine zukunftsorientierte kommunale Entwicklung zu schaffen.

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