Frühlingserwachen auf dem Schlossberg: Freiwillige gestalten Veranstaltungsort
Auf dem Gadebuscher Schlossberg hat der Frühling Einzug gehalten und mit ihm zahlreiche engagierte Freiwillige. Bei einem umfangreichen Arbeitseinsatz packten Mitglieder des Gadebuscher Schloss-Fördervereins und der Kultursegel GmbH tatkräftig mit an, um die historische Stätte für die beginnende Veranstaltungssaison fit zu machen. Trotz laufender Baustellenarbeiten soll der Ort für Besucher zugänglich und attraktiv bleiben.
Zimmerei für temporäre Sitzgelegenheiten
Mit Zollstock, Bleistift und Stichsäge bewaffnet, begannen die Helfer ihre Arbeit in der Aula des Schlosses. Ihr Hauptprojekt: Die Herstellung von Sitzbrettern, die später auf den zahlreichen Brunnenringen platziert werden sollen. Diese Ringe wurden über neu verlegte Schächte auf dem Schlossberg angebracht und bieten nun die Grundlage für zusätzliche Sitzmöglichkeiten im Außenbereich.
Hans-Christoph Struck, Architekt und Projektleiter des Zukunftsschlosses Gadebusch, erläuterte das Vorhaben: „Aus den Brettern werden Sitzmöglichkeiten gefertigt, die auf den Brunnenringen angebracht werden. Dadurch können bei Open-Air-Veranstaltungen deutlich mehr Besucher Platz nehmen und die Events auf besondere Weise erleben.“
Nachhaltiges Holz aus dem Stadtwald
Besonders stolz ist Struck auf die Herkunft des verwendeten Materials. Sämtliches Holz für die Dielen und Sitzbretter stammt direkt aus dem Gadebuscher Stadtwald. „Die Dielen werden sogar zur Ausbesserung des Dielenbodens im Schloss selbst verwendet“, erklärte der Projektleiter. Zwar sollen möglichst viele alte Dielen wiederverwendet werden, doch für Ergänzungen fertigten Mitarbeiter des Bauhofes neues Material aus den Bäumen des kommunalen Waldes.
Neben den Sitzgelegenheiten wurden bei dem Arbeitseinsatz auch Küchenschränke in der Aula montiert und allgemeine Aufräumarbeiten durchgeführt. Die Aula selbst diente dabei als zentrale Werkstatt, in der gesägt, gezimmert und angeschraubt wurde.
Temporäre Lösungen für mehrere Jahre
Die neu geschaffenen Sitzmöglichkeiten sind bewusst nicht für die Ewigkeit konzipiert. Erst in vier bis fünf Jahren, wenn auch der Schlossplatz neu gestaltet werden soll, können sowohl die Brunnenringe als auch die darauf montierten Sitzbretter wieder entfernt werden. Ähnlich verhält es sich mit den Küchenschränken in der Aula, deren Verweildauer jedoch auf etwa zehn Jahre geschätzt wird.
„Natürlich steht irgendwann auch die Aula als Sanierungsobjekt auf dem Plan“, räumte der Gadebuscher ein. „Aber das dauert noch einige Jahre. Wie die Sanierung dann konkret ausfällt, hängt maßgeblich von den verfügbaren Fördermitteln ab.“
Finanzielle Herausforderungen bei der Denkmalpflege
Struck wies auf die veränderten Rahmenbedingungen bei der Denkmalsanierung hin: „Als wir vor einigen Jahren mit der Sanierung des Schlosses begannen, lag die Förderquote noch bei 90 Prozent. Heute sind es oft nur noch 50 Prozent.“ Die Differenz müsse durch die Stadt getragen werden, was eine kontinuierliche Abwägung erfordere.
Trotz dieser Herausforderungen geht das kulturelle Leben auf dem Schlossberg weiter. Bereits am Samstag, dem 28. März 2026, ist die nächste Veranstaltung geplant: In der Remise treten um 17 Uhr Sängerin Katharina Bierweiler und Jyri Mishukov am Klavier auf. Die frisch geschaffenen Sitzmöglichkeiten könnten dabei bereits zum Einsatz kommen und den Besuchern komfortable Platzverhältnisse bieten.



