Schwere Vorwürfe gegen Busunternehmen Ecovista im Nordosten
Der Schienenersatzverkehr in Mecklenburg-Vorpommern gerät zunehmend in die Kritik. Nach mehrfachen Berichten über erhebliche Qualitätsprobleme bei eingesetzten Bussen und internen finanziellen Schwierigkeiten des beauftragten Unternehmens Ecovista haben die Grünen nun eine drastische Forderung an die Deutsche Bahn gestellt.
Politischer Druck auf die Deutsche Bahn wächst
Die verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Jutta Wegner, forderte am Freitag die sofortige Neuvergabe des Auftrags für den Schienenersatzverkehr. „Die Situation ist für die Fahrgäste in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen unzumutbar“, betonte Wegner in einer deutlichen Stellungnahme. Die Politikerin verwies auf Busse, deren Zustand eher an Schrottplätze als an den öffentlichen Nahverkehr erinnere.
Besonders alarmierend seien Berichte über verspätete Lohnzahlungen an Beschäftigte des Unternehmens. „Wenn ein Unternehmen schon Schwierigkeiten hat, seine Mitarbeitenden pünktlich zu bezahlen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Betrieb vollständig ins Wanken gerät“, so die grüne Abgeordnete weiter. Diese Entwicklung werfe erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit von Ecovista auf.
Konkrete Missstände beim Ersatzverkehr
Die Kritik konzentriert sich auf mehrere gravierende Probleme:
- Fahrzeuge in teilweise desolatem Zustand mit verschimmelten Sitzen
- Finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens Ecovista
- Verzögerungen bei der Auszahlung von Mitarbeiterlöhnen
- Gefahr von weiteren Betriebsausfällen
Jutta Wegner stellte die grundsätzliche Frage: „Wen hat die Deutsche Bahn da beauftragt?“ Die Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern nehme die Missstände immer deutlicher wahr und dränge auf schnelle Lösungen.
Forderung nach sofortigem Handeln
Die Grünen fordern von der Deutschen Bahn eine klare Entscheidung: Sollte Ecovista die erforderlichen Leistungen nicht zuverlässig erbringen können, müsse unverzüglich ein anderer Anbieter beauftragt werden. „Wir dürfen nicht riskieren, dass am Ende auch noch die letzten Busse ausfallen, weil Personal fehlt oder Fahrzeuge endgültig schlappmachen“, warnte Wegner.
Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien auf einen funktionierenden Ersatzverkehr angewiesen, besonders in Regionen mit eingeschränkter Bahnverbindung. Die aktuelle Situation stelle eine massive Beeinträchtigung der Mobilität vieler Bürgerinnen und Bürger dar und erfordere dringendes Eingreifen der verantwortlichen Stellen.



