Land genehmigt Haushalt für Vorpommern-Greifswald: Kreisumlage sinkt, aber Sparzwang bleibt
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat den Haushalt für die Jahre 2026/27 des Landkreises Vorpommern-Greifswald offiziell genehmigt. Diese Entscheidung folgt auf die Verabschiedung des Haushalts durch den Kreistag im Dezember 2025, der trotz teils desaströser Zahlen und neuer Rekordschulden erfolgte. Die Genehmigung markiert einen wichtigen Schritt für die regionale Finanzplanung, bringt jedoch gemischte Auswirkungen mit sich.
Kreisumlage auf 45,5 Prozent gesenkt
Eine zentrale Kennzahl für die Kommunen im Landkreis ist nun festgelegt: Die Kreisumlage, also der Anteil, den die Städte und Gemeinden an den Landkreis zahlen müssen, liegt für 2026/27 bei 45,5 Prozent. Dies stellt eine Senkung gegenüber dem Vorjahreswert von 48,5 Prozent dar und entlastet somit die kommunalen Haushalte. Finanzdezernent Dietger Wille betont die positiven Aspekte dieser Entwicklung: „Mit der genehmigten Haushaltssatzung ist der Weg nun frei, um die umfangreichen Investitionen in Bau- und Sanierungsvorhaben fortzuführen und Zuschüsse für wichtige Leistungen, etwa in den Bereichen Bildung und Kultur sowie Brandschutz, auszahlen zu können.“
Investitionen in Bildung und Infrastruktur laufen an
Landrat Michael Sack (CDU) hebt hervor, dass trotz der angespannten finanziellen Lage zahlreiche Projekte angestoßen wurden, um die positive Entwicklung des Landkreises zu fördern. Zu den bedeutenden Vorhaben zählen:
- Der Bau des Gefahrenabwehrzentrums in Greifswald
- Die Errichtung des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums in Greifswald
- Die Sanierung der Förderschule in Loitz
- Der Bau der Kfz-Lehrwerkstatt am RBB in Torgelow
- Die Sanierung des Gymnasiums in Löcknitz
- Der Bau von drei Rettungswachen in Hintersee, Albinshof und Murchin
Zudem werden Projekte im Bereich der Zusammenarbeit mit Polen sowie der Wirtschaftsförderung vorangetrieben, was die vielfältigen Bemühungen des Landkreises unterstreicht.
Haushaltssperren bleiben bestehen
Trotz der genehmigten Investitionen und der gesenkten Kreisumlage ist der Landkreis weiterhin zum Sparen gezwungen. Mit der Haushaltsgenehmigung wurden gleichzeitig Haushaltssperren verhängt, die bestimmte Ausgabenbereiche einschränken. Diese Maßnahmen reflektieren die anhaltend schwierige finanzielle Situation, die durch Rekordschulden und strukturelle Herausforderungen geprägt ist. Der Landkreis muss daher einen Balanceakt zwischen notwendigen Investitionen und strikter Haushaltsdisziplin bewältigen, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.



