Hochwasser-Krise in Mecklenburg-Vorpommern: Straßensperrungen und Feuerwehreinsätze nach Dauerregen
Hochwasser in MV: Straßensperrungen nach Dauerregen

Hochwasserlage in Mecklenburg-Vorpommern bleibt angespannt

Anhaltende Niederschläge, einsetzendes Tauwetter und tiefgefrorene Böden haben in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns zu erheblichen Überschwemmungen geführt. Zahlreiche Straßen sind überflutet, Keller stehen unter Wasser, und die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk sind im Dauereinsatz. Besonders betroffen sind die Landkreise Rostock, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald sowie die Mecklenburgische Seenplatte. Bislang sind glücklicherweise keine Personen zu Schaden gekommen, doch die Situation bleibt kritisch.

Vollsperrungen auf Bundes- und Landesstraßen

Mehrere wichtige Verkehrsadern mussten aufgrund der Wassermassen vollständig gesperrt werden. Die Bundesstraße 197 zwischen Friedland und Glienke im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist bereits seit Samstag nicht mehr befahrbar. Hier sind Einsatzkräfte permanent damit beschäftigt, Wasser abzupumpen. Auch die B110 zwischen den Bentziner Ortsteilen Zarrenthin und Zemmin war bis Montagmorgen gegen 8 Uhr gesperrt, nachdem es dort zu einem Unfall gekommen war. Aktuell sind weiterhin die B104 in Remplin sowie die Landesstraße 241 in Priborn voll gesperrt.

Neben den Bundesstraßen sind auch zahlreiche Kreisstraßen betroffen. So musste die Kreisstraße VG 105 von Wilhelminenthal, einem Ortsteil der Stadt Jarmen, in Richtung Plötz am Montagvormittag gesperrt werden. Selbst Radwege sind nicht verschont geblieben: An der Landstraße 321 am Ortsausgang Pasewalk hat sich in einer Senke so viel Wasser gesammelt, dass der begleitende Radweg aktuell nicht passierbar ist. Der tiefgefrorene Boden verhindert hier ein Versickern des Wassers.

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Feuerwehr und THW im Dauereinsatz

Die Feuerwehren im Landkreis Vorpommern-Greifswald waren bereits am Wochenende stark gefordert. Laut Kreissprecher Florian Stahlkopf gingen in der Leitstelle bis Sonntagmittag rund 120 Einsatzmeldungen ein, unter anderem aus Spantekow, Rebelow und Müggenburg. Auch die Feuerwehr Neustrelitz musste am Sonntag zu mehreren Einsätzen ausrücken. Sogar das Haus des Bürgermeisters von Grabowhöfe in der Müritz-Region, Enrico Malow, wurde von den Fluten erfasst.

In Pelsin bei Anklam ist das Technische Hilfswerk aus Hamburg mit schwerer Pumptechnik im Einsatz. Die Spezialkräfte reisten um 1 Uhr nachts an und begannen gegen 7 Uhr mit den Pumparbeiten. Dank dieser Maßnahmen hat sich die Lage bei den überschwemmten Grundstücken deutlich entspannt. Interessanterweise muss die nahegelegene B197 hier nicht gesperrt werden, da in der Ortslage Schlauchbrücken vorhanden sind, die eine Durchfahrt ermöglichen.

Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr

Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen warnte am Sonntag, pünktlich zum Start der Schulferien in Mecklenburg-Vorpommern, vor möglichen Ausfällen und Beeinträchtigungen im Busverkehr. Besonders betroffen seien Teile der Insel Rügen sowie die Regionen rund um Bad Sülze, Tribsees und Stralsund. Aufgrund der anhaltenden Überflutungen könne es zu Verspätungen, Umleitungen oder vereinzelten Ausfällen kommen.

Die Verkehrsgesellschaft riet insbesondere Eltern jüngerer Kinder, ihren Nachwuchs am Montagmorgen zur Bushaltestelle zu begleiten, um auf eventuelle Änderungen im Fahrplan reagieren zu können. Diese Vorsichtsmaßnahme unterstreicht die Unsicherheit, die die aktuelle Wetterlage im gesamten Nordosten verursacht.

Wetterprognose gibt wenig Anlass zur Hoffnung

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für den Wochenbeginn im Nordosten weiterhin graues und regnerisches Wetter. Das anhaltende Tauwetter in Verbindung mit weiteren Niederschlägen lässt befürchten, dass sich die Hochwassersituation vorerst nicht entspannen wird. Die gefrorenen Böden können das Wasser nicht aufnehmen, sodass selbst geringere Regenmengen zu neuen Überflutungen führen können.

Die Stadt Friedland gab auf ihrer Homepage bekannt, dass mit Ausnahme der Bundesstraße 197 alle Straßen im Amtsgebiet langsam wieder befahrbar seien. Dennoch bleibe die Lage angespannt, und weiterhin seien mit Einschränkungen zu rechnen. Diese Einschätzung teilen wahrscheinlich viele Kommunen in den betroffenen Regionen, während Feuerwehr, THW und Straßenmeistereien unermüdlich im Einsatz bleiben, um die Schäden zu begrenzen und die Verkehrsinfrastruktur wiederherzustellen.

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