Größter Hotelbetreiber Europas in Insolvenz: Sechs Häuser in Mecklenburg-Vorpommern betroffen
Hotel-Insolvenz: Sechs Häuser in MV betroffen

Größter Hotelbetreiber Europas in Insolvenz: Sechs Häuser in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

Der größte Hotelbetreiber Europas, die Revo Hospitality Group mit Sitz in München, befindet sich nun offiziell in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Verfahren für die insgesamt 175 Hotels der Gruppe wurden am oder um den 1. April 2026 eröffnet, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage bestätigte. Bereits Mitte Januar hatte das Unternehmen beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen entsprechenden Antrag gestellt, ursprünglich für 125 Häuser, der kurze Zeit später um 50 weitere Hotels erweitert wurde.

Sechs Hotels in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Hotels von der Insolvenz betroffen. Dazu zählen das Intercity Hotel Schwerin am Hauptbahnhof, das Hotel Schloss Neustadt-Glewe, das Aedenlife Hotel & Resort Rügen in Trent, das Vienna House by Wyndham Sonne Rostock, das Vienna House by Wyndham Baltic Stralsund sowie das Townhouse Wismar a Vagabond Club. Das Unternehmen betont, dass die Hotels trotz der Insolvenzverfahren fortgeführt werden und normal gebucht werden können.

Eine Ausnahme bildet jedoch das Aedenlife Hotel auf Rügen, das bereits dauerhaft geschlossen wurde. Auf der Website des Hotels wird Besuchern mitgeteilt: „Leider müssen wir Sie darüber informieren, dass wir den Hotelbetrieb aufgrund der Insolvenz der Betreibergesellschaft nicht wie geplant fortführen können und aus diesem Grund auch keine Buchungen mehr annehmen.“ Auch das Mövenpick Frankfurt City hatte seinen Betrieb bereits im Februar eingestellt.

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Keine weiteren Schließungen geplant

Laut Angaben der Revo-Gruppe sind keine weiteren Schließungen von Hotels in Eigenverwaltung geplant. Grund dafür sei das starke Interesse von Investoren an der gesamten Gruppe oder einem großen Teil davon. „Während des laufenden Verkaufsprozesses haben bislang deutlich mehr als 100 Interessenten die zur Verfügung gestellten Unterlagen durchgesehen, um sich ein Bild über die verschiedenen Häuser zu verschaffen“, erklärte das Unternehmen. Die potenziellen Käufer müssen nun ihre Angebote abgeben, die voraussichtlich bis Ende April 2026 verbindlich vorliegen sollen.

Nach dem Auslaufen des Insolvenzgelds Ende März werden die Löhne und Gehälter der mehr als 5500 Mitarbeiter wieder von den Betriebsgesellschaften selbst gezahlt und aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet. Ein Pressesprecher der Revo-Gruppe betonte: „Die Hotelbetriebe laufen stabil und mit den aktuellen Frühjahrsmessen erfolgreich.“

Höhere Kosten führten zu finanziellen Problemen

Die betroffenen Gesellschaften der Revo-Gruppe gerieten vor allem durch gestiegene Lohnkosten und die Anhebung der Mindestlöhne in finanzielle Schieflage. Zusätzlich belasteten höhere Ausgaben für Mieten und Energie die Bilanz. Die schnelle Expansion der Gruppe, die bis 2025 noch als HR-Group tätig war, führte zu erheblichen Integrationsproblemen. Seit 2020 wuchs das Unternehmen von 51 auf 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern an, was die operativen Herausforderungen weiter verschärfte.

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