Europas größter Hotelbetreiber insolvent: Sechs Häuser in Mecklenburg-Vorpommern betroffen
Hotelriese Revo insolvent: Sechs Häuser in MV betroffen (08.04.2026)

Europas größter Hotelbetreiber in der Insolvenz: Auswirkungen auf Mecklenburg-Vorpommern

Die Revo Hospitality Group, der größte Hotelbetreiber Europas mit Sitz in München, befindet sich seit Anfang April 2026 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat die Verfahren für insgesamt 175 Hotels eröffnet, nachdem der Konzern bereits Mitte Januar einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. Ursprünglich waren nur 125 Häuser betroffen, doch die Zahl erhöhte sich kurzfristig um weitere 50 Standorte.

Sechs Hotels in Mecklenburg-Vorpommern direkt betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Hotels von der Insolvenz der Revo-Gruppe betroffen. Dazu zählen das Intercity Hotel Schwerin am Hauptbahnhof, das Hotel Schloss Neustadt-Glewe, das Aedenlife Hotel & Resort Rügen in Trent, das Vienna House by Wyndham Sonne Rostock, das Vienna House by Wyndham Baltic Stralsund und das Townhouse Wismar a Vagabond Club. Diese Häuser gehören zur insolventen Gruppe und sind nun Teil des laufenden Verfahrens.

Ein Sprecher der Revo-Gruppe betonte, dass die Hotels trotz der Insolvenzverfahren weitergeführt werden und normal gebucht werden können. Eine Ausnahme bildet das Aedenlife Hotel auf Rügen, das bereits dauerhaft geschlossen wurde. Auf der Website des Hotels wird Besuchern mitgeteilt, dass der Betrieb aufgrund der Insolvenz der Betreibergesellschaft nicht fortgeführt werden kann und keine Buchungen mehr möglich sind. Auch das Mövenpick Frankfurt City hatte seinen Betrieb bereits im Februar eingestellt.

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Keine weiteren Schließungen geplant – Investoren zeigen Interesse

Laut Angaben der Revo-Gruppe sind keine weiteren Schließungen von Hotels in Eigenverwaltung geplant. Grund dafür ist das starke Interesse von Investoren an der gesamten Gruppe oder großen Teilen davon. „Während des laufenden Verkaufsprozesses haben bislang deutlich mehr als 100 Interessenten die zur Verfügung gestellten Unterlagen durchgesehen, um sich ein Bild über die verschiedenen Häuser zu verschaffen“, erklärte das Unternehmen. Die potenziellen Käufer müssen nun ihre Angebote abgeben, die voraussichtlich bis Ende April 2026 verbindlich vorliegen sollen.

Nach dem Auslaufen des Insolvenzgelds Ende März werden die Löhne und Gehälter der mehr als 5500 Mitarbeiter wieder von den Betriebsgesellschaften selbst gezahlt und aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet. Ein Pressesprecher der Revo-Gruppe stellte klar: „Die Hotelbetriebe laufen stabil und mit den aktuellen Frühjahrsmessen erfolgreich.“ Dies deutet darauf hin, dass der tägliche Betrieb trotz der finanziellen Schwierigkeiten aufrechterhalten wird.

Ursachen der finanziellen Schieflage

Die betroffenen Gesellschaften der Revo-Gruppe gerieten vor allem durch gestiegene Kosten in finanzielle Schwierigkeiten. Dazu zählen:

  • Erhöhte Lohnkosten und die Anhebung der Mindestlöhne
  • Höhere Ausgaben für Mieten und Energie
  • Integrationsprobleme aufgrund der schnellen Expansion

Die Gruppe, die bis 2025 noch als HR-Group tätig war, hatte seit 2020 ein rasantes Wachstum erlebt: Von ursprünglich 51 Hotels expandierte sie auf 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern. Diese schnelle Expansion führte zu erheblichen Herausforderungen bei der Integration der neu hinzugekommenen Standorte und trug maßgeblich zur aktuellen Insolvenzsituation bei.

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