Igel-Plakette für naturnahe Gärten: So bekommen Hobbygärtner in MV die begehrte Auszeichnung
Igel-Plakette für naturnahe Gärten in Mecklenburg-Vorpommern

Die begehrte Igel-Plakette: So gärtnern Sie naturnah in Mecklenburg-Vorpommern

Nicht jeder Hobbygärtner in Mecklenburg-Vorpommern darf sich die ovale Plakette mit dem quietschvergnügten Igel an den Gartenzaun hängen. Madlen Kuhn-Hagemann, Koordinatorin der Initiative „Natur im Garten MV“, besucht mit einer detaillierten Checkliste grüne Oasen im ganzen Land und prüft, ob die Kriterien für naturnahes Gärtnern erfüllt sind.

Strenge Kriterien für die Gartenauszeichnung

Bei ihren Besuchen kontrolliert Kuhn-Hagemann oder einer der ehrenamtlichen Natur-im-Garten-Botschafter zahlreiche Aspekte: Ist ein Komposthaufen vorhanden? Gibt es Nistkästen für Vögel? Werden chemische Dünger oder Pflanzengifte verwendet? Nur wenn die meisten Punkte positiv bewertet werden können, wird die begehrte Plakette vergeben. „Nicht jeder bekommt am Ende die Auszeichnung“, betont Madlen Kuhn-Hagemann. „Manchmal scheitert es an Unwissenheit, aber dann geben wir Tipps und kommen nach einem Jahr wieder.“

Die Initiative hat ihre Wurzeln in Österreich, wo sie 1999 gestartet ist. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mittlerweile 1.442 Gärten, die die Igel-Plakette tragen, europaweit sind es sogar 28.000. Im vergangenen Jahr wurden in MV 119 Gärten ausgezeichnet, und für dieses Jahr rechnet Kuhn-Hagemann mit ähnlich vielen Bewerbungen.

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Kosten und Förderung der Plakette

Interessierte Gartenbesitzer können sich über die Webseite www.natur-im-garten-mv.de anmelden. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch den Garten wird entschieden, ob die Auszeichnung vergeben wird. Die Plakette kostet normalerweise 90 Euro, doch in bestimmten Regionen wie Neustrelitz, Malchow, Stargard oder Woldegk ist sie dank Förderung kostenlos. „In den Leader-Regionen ‚Mecklenburgische Seenplatte-Müritz‘ und ‚Mecklenburg-Strelitz‘ wird unsere Initiative gefördert“, erklärt Kuhn-Hagemann. Leider sei die landesweite Förderung 2023 ausgelaufen, was die Initiative hofft, bald wieder zu aktivieren.

Ökologische Prinzipien im Fokus

Ein zentrales Kriterium für die Vergabe der Plakette ist die Torffreiheit im Garten. „Viele kaufen motiviert Bio-Erde und denken, da ist kein Torf drin“, so Kuhn-Hagemann. „Doch das Thema ist zu wichtig, um ein Auge zuzudrücken. Der Torfabbau schädigt das Klima massiv.“

Weitere wichtige Aspekte sind:

  • Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide
  • Nutzung von Kompost und Mulch zum Schutz des Bodens
  • Förderung von Nützlingen wie Würmern, Käfern und Asseln
  • Anpflanzung heimischer Stauden und Naturhecken

„Ein lebendiger Boden ist der größte Schatz“, betont die Expertin. „Alles in der Natur ist aufeinander angewiesen.“

Vielfältige Einsatzbereiche der Plakette

Die Igel-Plakette prangt nicht nur in Privatgärten, sondern auch in vielen Kleingartenanlagen. „Es gibt immer mehr Vereine, die sich zum naturnahen Gärtnern bekennen“, freut sich Kuhn-Hagemann. Für Kleingärten gibt es eine Sonderbewertung in Zusammenarbeit mit dem Landesgartenverband der Gartenfreunde.

Wer die Plakette besitzt, kann auch am „Tag der offenen Gartentür“ teilnehmen, der in diesem Jahr vom 27. bis 28. Juni stattfindet. Anmeldungen sind noch bis in den Juni hinein möglich.

Beratung per Gartentelefon

Die Initiative bietet zusätzlich ein Gartentelefon unter 039934-899646 an, das jeden Montag von 13 bis 17 Uhr besetzt ist. Hier beantworten Experten Fragen zu Themen wie Moos im Rasen, Blattläusen oder Gehölzschnitt. „Das Telefon gibt auf alle Gartenfragen umweltfreundliche Antworten“, so Kuhn-Hagemann. Die Beratung steht allen offen, unabhängig davon, ob man bereits eine Plakette besitzt oder nicht.

Madlen Kuhn-Hagemann hofft, dass die Initiative in MV wieder an Fahrt gewinnt und mehr Menschen für naturnahes Gärtnern begeistert werden können. „Es ist gar nicht schwierig, ökologisch zu gärtnern“, betont sie. „Jeder kann dazu beitragen, die Natur zu schützen.“

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