Karneval in Neukalen: Bengalos-Verbot nach Kinderverletzungen wird eingehalten
Karneval ohne Bengalos: Neukalen hält sich an Verbot

Karneval in Neukalen: Bengalos-Verbot nach Kinderverletzungen wird eingehalten

In der Jeckenhochburg Neukalen in der Mecklenburgischen Schweiz musste die diesjährige Faschingssaison ohne bengalische Feuer auskommen. Ein Verbot des Malchiner Ordnungsamtes, das in Absprache mit dem Neukalener Carneval Club erlassen wurde, untersagte den Einsatz der umstrittenen Pyrotechnik. Damit endete eine lange Tradition, bei der Bengalos neben Konfetti und Kamelle zum festen Bestandteil der Feierlichkeiten gehörten und den Marktplatz oft in dichten Nebel hüllten.

Hintergrund: Verletzte Kinder im Vorjahr

Der Grund für das Verbot liegt in mehreren Zwischenfällen während der Faschingsfeierlichkeiten im vergangenen Jahr. Dabei wurden zwei Kinder leicht verletzt, als Bengalos von einem Umzugswagen heruntergeworfen wurden. Auch Kleidungsstücke nahmen Schaden. Diese Vorfälle veranlassten die Behörden, präventiv zu handeln und die Gefahrenquelle zu beseitigen. Dirk Giese, Mitarbeiter bei der Malchiner Ordnungsbehörde, betonte, dass sich die Karnevalisten in der abgelaufenen 68. Narrensaison vorbildlich an das Verbot gehalten hätten.

Umstrittene Pyrotechnik: Sicherheitsbedenken überwiegen

Bengalische Feuer sind seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. Während einige sie als Teil der Fankultur oder festlichen Atmosphäre verteidigen, lehnen andere sie strikt ab. Rauchende und bis zu 2000 Grad heiße Leuchtkörper mitten in einer Menschenmenge zu zünden, wird von Kritikern als zu gefährlich angesehen. Ähnlich wie in vielen Fußballstadien, wo Bengalos längst verbannt sind, setzten sich in Neukalen die Sicherheitsbedenken durch. Die Rauchschwaden und „Lichtspiele“, die in früheren Jahren die Stimmung geprägt hatten, blieben in dieser Saison aus.

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Feierlichkeiten mit genehmigtem Feuerwerk

Ganz ohne Pyrotechnik ging es dennoch nicht. Als die Jecken in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ihren Prinz auf dem Marktplatz zu Grabe trugen, erleuchtete ein großes, offiziell genehmigtes Feuerwerk den Abendhimmel der Peenestadt. Das Malchiner Ordnungsamt hatte dafür seine Zustimmung erteilt und zeigte sich mit der Durchführung der Feierlichkeiten zufrieden. Die Karnevalisten erlebten somit eine stimmungsvolle Faschingssaison, die trotz des Bengalos-Verbots nicht an Lebendigkeit einbüßte.

Insgesamt markiert das Verbot einen Wendepunkt in der Neukalener Karnevalstradition, bei dem Sicherheitsaspekte Vorrang vor gewohnten Bräuchen erhielten. Die positive Resonanz auf die Einhaltung des Verbots lässt auf eine weiterhin harmonische Zusammenarbeit zwischen Behörden und Narren hoffen.

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