Abschied einer Katastrophenschutz-Legende: Udo Boddien geht nach fast 40 Jahren in den Ruhestand
Katastrophenschutz-Legende Udo Boddien geht in Ruhestand

Abschied einer Katastrophenschutz-Legende: Udo Boddien geht nach fast 40 Jahren in den Ruhestand

Nach Jahrzehnten des unermüdlichen Einsatzes für die Sicherheit der Bevölkerung geht eine prägende Persönlichkeit des Katastrophenschutzes in Nordwestmecklenburg in den wohlverdienten Ruhestand. Udo Boddien, der den Katastrophenschutz im Landkreis maßgeblich aufbaute und über Generationen hinweg entscheidend formte, beendet Ende Mai seine berufliche Laufbahn. Ein Rückblick auf eine bewegte Karriere voller Herausforderungen und Erfolge.

Vom Aufbau in turbulenten Zeiten bis zur modernen Einsatztruppe

Udo Boddien begann seine Karriere bereits 1987 als Offizier der Zivilverteidigung im Rat des Kreises in Gadebusch. Die Anfangsjahre waren von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt, als 1990 die bestehenden Strukturen der Zivilverteidigung komplett aufgelöst wurden. „Das heißt, wir haben im Katastrophenschutz mit Einheiten 1990 beginnend komplett neu angefangen“, erinnert sich der 64-Jährige, der seit 1991 beim Landkreis Nordwestmecklenburg tätig ist.

In den ersten Jahren fehlten grundlegende Standards und Ausrüstung. „Bis 1994 gab es keine Katastrophenschutz-Standards, so wie wir sie heute kennen. 1992 wurde begonnen, die ersten Züge aufzubauen, etwa den Betreuungszug. Da kam die erste Technik vom Bund – ein Lkw, eine Feldküche“, schildert Boddien. Die Feuerwehren und der Rettungsdienst standen bei größeren Schadensfällen zunächst weitgehend alleine da, bis nach und nach die notwendige Infrastruktur entstand.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Stetiger Ausbau und verheerender Rückschlag

Ab dem Jahr 2000 nahm die Entwicklung Fahrt auf. Jährlich kamen neue Fahrzeuge hinzu – 1998 der erste Gerätewagen Gefahrgut, zwei Jahre später der Gerätewagen Dekontamination. Heute umfasst der Katastrophenschutz im Landkreis rund 400 ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden, die mit mehr als 60 Fahrzeugen und Anhängern ausgerüstet sind.

Ein besonders einschneidendes Erlebnis war der Brand des Gefahrentechnischen Zentrums in Warin im November 2023. „Das war ein schwarzer Tag – das muss man so sagen“, so Boddien über den Vorfall, bei dem 15 Fahrzeuge, drei Anhänger, umfangreiche Ausrüstung und die gesamte Fahrzeughalle zerstört wurden. Der Schaden belief sich auf etwa drei Millionen Euro. Inzwischen sind die Wiederaufbauarbeiten weit fortgeschritten und ein Großteil der verbrannten Fahrzeuge konnte ersetzt werden.

Anerkennung und emotionaler Abschied

Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes wurde Udo Boddien für seine Verdienste mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Kreiswehrführer Arne Borck würdigte den scheidenden Sachbearbeiter: „Wir möchten uns für die viele Jahre der tollen Zusammenarbeit bei dir bedanken und wünschen dir alles Gute für die Zukunft.“

Der Abschied fällt auch den Kollegen schwer. Alexander Gries, Fachgebietsleiter Einsatzorganisation, beschreibt Boddien als „eine Art Vaterfigur“ und betont: „Da geht schon ein Stück Legende. Jeder, der in diesem Landkreis Katastrophenschutz gemacht hat oder macht, kennt ihn. Und wir werden seinen Erfahrungsschatz vermissen.“

Boddien selbst blickt auf eine spannende und abwechslungsreiche Zeit zurück und schätzte besonders die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen. „Langweilig war es auf keinen Fall. Sonst wäre ich heute nicht mehr hier“, resümiert der Katastrophenschutz-Experte, dessen Lebenswerk trotz aller Rückschläge Bestand haben wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration