Greenpeace: Kaum Hoffnung für gestrandeten Buckelwal vor Poel trotz Rettungsversuch
Kaum Hoffnung für Buckelwal vor Poel trotz Rettungsaktion

Rettungsversuch für gestrandeten Buckelwal vor Poel läuft weiter

Am Freitag lief die private Rettungsaktion für den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal weiter auf Hochtouren. Eine private Initiative versucht mit aller Kraft, den tonnenschweren Meeressäuger zu befreien und in die Nordsee zu bringen. Doch die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht die Überlebenschancen des Tieres als äußerst gering an und nennt mehrere schwerwiegende Gründe für diese pessimistische Einschätzung.

Greenpeace: Überlebenschancen minimal

Ein Sprecher von Greenpeace erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering.“ Der Experte geht sogar davon aus, dass der Wal in der Nordsee ertrinken wird, da er durch die lange Strandungszeit extrem geschwächt ist. Selbst bei einem erfolgreichen Transport in den Atlantik wären die Überlebensaussichten des Tieres laut Greenpeace minimal.

Mehrere gesundheitliche Probleme schwächen den Wal

Der Buckelwal leidet unter mehreren schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen:

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  • Ernährungsprobleme: Der Wal kann aktuell keine Nahrung aufnehmen und hungert – sein Ernährungszustand ist entsprechend schlecht.
  • Netzreste im Maul: Im Maul des Wals befinden sich Reste eines Fischernetzes. Es ist unklar, ob das Netz in die Haut eingewachsen ist oder Teile verschluckt wurden.
  • Atemprobleme: Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals gesammelt hat. Dadurch ist die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoffaustausch stark eingeschränkt.
  • Hautkrankheiten: Das ohnehin geschwächte Tier leidet zusätzlich unter Hautkrankheiten, die seinen Zustand weiter verschlechtern.

Der Greenpeace-Sprecher fasste zusammen: „Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben.“

Riskanter Transport und politische Entscheidung

Der geplante Transport des Wals in die Nordsee wird als äußerst riskant eingeschätzt. „Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht – das ist nicht ohne“, so der Sprecher. Greenpeace beteiligt sich nicht an der Rettungsaktion, da nach ihren Informationen der Wal krank und stark geschwächt ist.

Bereits am Mittwoch hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch der privaten Initiative gegeben. Backhaus betonte jedoch, dass die Verantwortung für die Aktion – auch finanziell – komplett bei den Initiatoren liege.

Experten sehen wenig Sinn in Rettungsversuch

Viele Experten hatten zuvor erklärt, dem geschwächten Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden. Sie waren der Meinung, es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Das Tier war bereits mehrfach gestrandet und liegt nun bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht fest.

Die private Initiative setzt trotz aller Widrigkeiten ihre Rettungsbemühungen fort, während Umweltschützer und Wissenschaftler die Erfolgsaussichten als minimal einschätzen. Der Fall des gestrandeten Buckelwals vor Poel zeigt die komplexen Herausforderungen bei Rettungsaktionen für große Meeressäuger in der Ostsee.

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