Kunst als Brücke zwischen den Kulturen: Ausstellung eröffnet Internationale Wochen gegen Rassismus
Im Internationalen Haus am Ziegenmarkt in Schwerin ist bis Mitte April eine besondere Ausstellung zu sehen. Der syrische Künstler Musaab Alsheikh Ali präsentiert rund 30 seiner Werke, die von arabischer Kalligrafie über figurative Darstellungen bis hin zu abstrakten Kompositionen reichen. Die Eröffnung am vergangenen Sonnabend markierte zugleich den offiziellen Start der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 16. bis 29. März mit einem vielfältigen Programm in der Landeshauptstadt stattfinden.
Vom Juristen zum Künstler: Musaab Alsheikh Alis bewegter Weg
Musaab Alsheikh Ali, eigentlich Jurist von Beruf, hat eine bemerkenswerte Lebensgeschichte. Nach seinem Studium im Libanon kam der heute 33-Jährige im Jahr 2021 nach Deutschland, erlernte die deutsche Sprache und schloss ein juristisches Aufbaustudium in Kiel ab. Aktuell arbeitet er in einer Steuerberatung in Dresden. Doch seine wahre Leidenschaft gilt der Kunst, der er in seiner Freizeit nachgeht. „Ich habe schon in vielen Ländern gelebt. Die Kunst ist mein Zuhause“, erklärt der Künstler, der mit unterschiedlichen Techniken und Materialien experimentiert.
Podiumsdiskussion betont Bedeutung des kulturellen Austauschs
Zur Ausstellungseröffnung fand eine vielbeachtete Podiumsdiskussion statt, die von Asem Alsayjare vom Verein Miteinander - Ma'an moderiert wurde. Teilnehmer waren Integrationsbeauftragte Dr. Daniela Richter, der Künstler selbst sowie der Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Daniel Trepsdorf (Linke). „Integration entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern im Austausch“, betonte Dr. Daniela Richter. Sie wies darauf hin, dass Kunst dort Brücken bauen könne, wo Sprache möglicherweise Grenzen setze. Gleichzeitig biete sie Raum für unterschiedliche Perspektiven und fördere so ein echtes Miteinander.
Schwerin präsentiert sich als Ort der Vielfalt
Mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus wolle sich Schwerin erneut als weltoffene und vielfältige Stadt positionieren, erklärte die Integrationsbeauftragte. Dr. Daniel Trepsdorf ergänzte: „In der Kunst werde das Du zum Wir. So entstehe die Möglichkeit des Dialogs.“ Dieser Gedanke spiegelt sich auch im Titel der Ausstellung wider: „Dialog zwischen Kunst und Migration“. Der Künstler selbst betont, dass er sich beim Malen wohlfühle und dass seine Kunst für Menschen aller Herkunftsländer zugänglich und genießbar sei.
Musikalische Umrahmung durch syrischen Lautenspieler
Die Eröffnungsveranstaltung wurde durch einen besonderen musikalischen Beitrag bereichert. Der syrische Arzt Eyad Mahfoud spielte auf der traditionellen Laute und sorgte so für einen zusätzlichen kulturellen Höhepunkt. Diese Verbindung von bildender Kunst und Musik unterstrich erneut das Anliegen der Veranstaltung, verschiedene kulturelle Ausdrucksformen zusammenzuführen und den interkulturellen Dialog zu fördern.
Die Ausstellung im Internationalen Haus Schwerin bleibt bis Mitte April für Besucher geöffnet und bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich mit den Themen Migration, Integration und kultureller Vielfalt auf künstlerische Weise auseinanderzusetzen.



