500 Jahre danach: Laienschauspieler führen Luthers Hochzeit in katholischer Kirche Rehna auf
Luthers Hochzeit: Laienschauspiel in katholischer Kirche Rehna

500 Jahre später: Luthers Hochzeit erlebt Wiederaufführung in katholischem Gotteshaus

Nach einer mehrwöchigen Pause haben die Laienschauspieler aus Gadebusch und Rehna ihre Proben für die zweite Aufführung des Stücks "Luthers Hochzeit" intensiviert. Die Generalprobe fand unmittelbar vor der geplanten Vorstellung in der katholischen Kirche Rehnas statt, wo am Sonntag, dem 22. März 2026, um 11 Uhr die historische Zeremonie im Rahmen eines Gottesdienstes präsentiert wird.

Ökumenische Zusammenarbeit als zentrales Element

Pastor Christian Schnepf aus Gadebusch betont die Bedeutung dieser gemeinsamen Initiative: "Ich freue mich außerordentlich, dass wir dieses besondere Schauspiel in der katholischen Kirche in Rehna zeigen dürfen. Dieses Projekt steht beispielhaft für die hervorragende ökumenische Zusammenarbeit, die wir in unserer Region pflegen." Auch Pastor Andreas Ortlieb aus Rehna unterstreicht den verbindenden Charakter der Aufführung: "Das Theaterstück demonstriert eindrucksvoll, wie verschiedene Kirchen erfolgreich zusammenwirken können."

Bereits zum Reformationstag im Jahr 2025 hatten die Gadebuscher Zuschauer eine erste Kostprobe des Stücks erhalten. Die aktuelle Wiederaufführung wurde seit November 2025 konkret geplant. "Wir wollten die Produktion unbedingt ein zweites Mal auf die Bühne bringen und hatten Rehna bereits im November ins Auge gefasst. Es ist wunderbar, dass die Realisierung nun gelungen ist", erklärt Pastor Ortlieb.

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Inszenatorische Herausforderungen und Lösungen

Während der Generalprobe arbeiteten die Beteiligten intensiv an der Perfektionierung der Darbietung. Pastor Christian Schnepf, der gemeinsam mit Regisseur Stefan Bullrich für die szenische Umsetzung verantwortlich ist, erläuterte notwendige Anpassungen: "Wir werden wahrscheinlich Mikrofone einsetzen müssen und unsere Bewegungen während der Dialoge etwas dynamischer gestalten. Diese Maßnahmen kommen erfahrungsgemäß beim Publikum deutlich besser an."

Beide Pastoren wirken aktiv in der Produktion mit. Das Stück selbst stammt aus der Feder von Pastor a. D. Matthias de Boor, der damit sein letztes Luther-Drama geschrieben hat. Zusammen mit seiner Frau Irene, die zuletzt die Vietlübber Gemeinde leitete, befindet er sich mittlerweile im Ruhestand.

Luther-Tradition mit langer Historie

Von 2017 bis 2024 wurde jährlich ein Luther-Schauspiel in der Vietlübber Kirche aufgeführt, wobei jedes dieser Stücke von Matthias de Boor verfasst wurde. Die aktuelle Produktion knüpft somit an eine etablierte Tradition an, transportiert sie jedoch in einen neuen räumlichen und konfessionellen Kontext.

Die Aufführung am 22. März markiert nicht nur eine kulturelle Bereicherung für die Region Nordwestmecklenburg, sondern stellt auch ein lebendiges Zeugnis gelebter Ökumene dar. Die Laienschauspieler bringen damit ein Stück Reformationsgeschichte zurück auf die Bühne – genau 501 Jahre nach der historischen Hochzeit Martin Luthers am 13. Juni 1525.

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