Ostsee-Drama: Rettung von Wal Timmy birgt Risiken für Helfer
Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Tag 28 in der Bucht von Poel: Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal Timmy geht in die entscheidende Phase. Die Barge, die ihn zurück ins offene Meer transportieren soll, ist auf dem Weg nach Wismar. Doch die Rettung ist nicht nur für den Wal riskant, sondern auch für die Helfer, warnt Meeresbiologe Fabian Ritter im Interview.
Helfer in Gefahr: Panik des Wals befürchtet
Wal-Experte Fabian Ritter betont, dass der Rettungsplan nur funktioniere, wenn der Wal „kooperativ“ sei und mitmache. Er warnt vor abrupten Bewegungen des Wals, welche die beteiligten Helfer gefährden könnten. „Es besteht Gefahr, dass der Wal in Panik ausbricht“, so Ritter. Der Plan sei riskant – auch für die Helfer.
Vorbereitungen im Hafen von Wismar
Cheftaucher Fred Babbel erklärte gegenüber BILD: „Die Barge ist auf dem Weg hierher. Sie kommt im Laufe des Nachmittags in Wismar an und wird dann vorbereitet. Wir haben bereits die Vorbereitungen getroffen, die Big Packs mit Sand gefüllt, die dann zum Wal kommen, damit er sich nicht weiter verletzt.“
Wal desorientiert und entkräftet
Biologe Fabian Ritter in der BILD-Livesendung: „Ich glaube nicht, dass der Wal weiß, was auf ihn zukommt. Er wirkt desorientiert und entkräftet.“ Im Hafen werden derweil weitere Sandsäcke angeliefert, die vermutlich zu Timmy gebracht werden.
Rückwärts in die Barge
Wie BILD-Reporterin Stephanie Walter in der Sondersendung erklärte, wird Timmy, wenn es so weit ist, rückwärts in die Barge gebracht. Der Lastkahn wird sehnlichst in Wismar erwartet. Der Schlepper „Robin Hood“, der die Barge zieht, hatte am Morgen Fehmarn passiert.
Stress durch Lärm befürchtet
Der lange Transport in dem Lastkahn könnte Timmy sehr stressen, meint Ritter. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls und sind extrem empfindlich.“ Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, sagte er.
Retter wieder beim Wal
Timmy ist nicht mehr allein: Zwei Personen aus dem Rettertrupp haben sich dem Tier genähert. Sie stehen ungefähr hüfthoch im Wasser. Die Rettung per Barge funktioniert wie ein großes Hebebecken: Auf der Seite werden Wassertanks geflutet, das Schiff setzt sich ab, und Timmy soll schwimmend ins Becken gelangen.



