Der Badminton-Weltverband BWF hat auf seiner Generalversammlung eine weitreichende Regeländerung beschlossen: Ab 2027 wird in internationalen Turnieren nicht mehr bis 21, sondern nur noch bis 15 Punkte pro Satz gespielt. Die neue Zählweise 3×15 ersetzt das bisherige 3×21-System und zielt darauf ab, die Spiele dynamischer und kürzer zu gestalten, um die Attraktivität der Sportart zu steigern.
Deutscher Verband prüft Übernahme
Ob die neue Regelung auch auf nationaler Ebene in Deutschland eingeführt wird, steht noch nicht fest. Der Deutsche Badminton-Verband (DBV) wird auf seinem Verbandstag im Juni darüber entscheiden. Jakob Höi, Sportdirektor des DBV, begrüßte die Entscheidung des Weltverbands grundsätzlich: „Aus einer Leistungssport-Perspektive finde ich die Entscheidung richtig“, sagte der Däne. Er hätte persönlich die 5×11-Zählweise aus der Bundesliga bevorzugt, die jedoch 2022 knapp gescheitert sei. Mit 3×15 gehe es aber in die richtige Richtung.
Hintergrund der Regeländerung
Es ist nicht die erste Anpassung der Zählweise im Badminton. Vor 20 Jahren führte die BWF das Rallypoint-System ein, bei dem jeder Punkt zählt, und erhöhte die Satzpunkte von 15 auf 21 (bei den Frauen von 11 auf 21). Damals konnte nur der Spieler punkten, der das Aufschlagrecht hatte. Die Umstellung auf 21 Punkte machte die Spiele länger und planbarer. Nun kehrt der Verband teilweise zu kürzeren Sätzen zurück, um die Matchdauer zu reduzieren.
Vorteile für Turniere
Jakob Höi betonte, dass Badminton eine Besonderheit habe: Fünf Disziplinen werden gleichwertig in einer Halle gespielt. Das sei wertvoll, führe aber zu langen Turnieren. „Wenn wir dann die einzelnen Spiele kürzer machen, ist das die bessere Lösung, als zum Beispiel bei Top-Events nur noch Einzel zu spielen“, erklärte er. Die neue Zählweise soll helfen, die Turnierdauer zu verkürzen, ohne auf die Vielfalt der Disziplinen verzichten zu müssen.
Die Änderung tritt ab 2027 in Kraft und betrifft zunächst nur internationale Turniere. Die Badminton-Community erwartet mit Spannung, ob die neuen Regeln tatsächlich zu schnelleren und spannenderen Matches führen.



