Mehr Sabotage-Verdachtsfälle in MV: Staatsanwaltschaft ermittelt zu Marineschiffen und Hafenbrand
Mehr Sabotage-Verdachtsfälle in MV: Ermittlungen laufen

Staatsanwaltschaft ermittelt zu zahlreichen Sabotage-Verdachtsfällen in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern laufen aktuell mehr Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Sabotage und Spionage als bislang öffentlich bekannt war. Die Generalstaatsanwaltschaft Rostock bestätigte auf Anfrage mehrere Vorfälle, die das Marinekommando im vergangenen Jahr zur Anzeige gebracht hatte. Dabei handelt es sich um zwei konkrete Fälle von Sabotagehandlungen an Verteidigungsmitteln, wie es in juristischer Sprache heißt.

Beschädigte Marineschiffe und ein mysteriöser Hafenbrand

Bei den beiden angezeigten Vorfällen aus Februar und Oktober 2025 wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Beschädigungen beziehungsweise Manipulationen an schiffstechnischen oder elektrischen Anlagen von Versorgungsschiffen festgestellt. Wo genau diese Sabotageakte stattgefunden haben, bleibt zwar offiziell unklar, doch für den im Februar gemeldeten Fall kommt möglicherweise die Peenewerft in Wolgast als Tatort infrage. Das betroffene Schiff soll sich dort über einen längeren Zeitraum aufgehalten haben.

Zusätzlich zu diesen Marineschiff-Vorfällen ermittelt die Staatsanwaltschaft Rostock zu einem Großbrand im Rostocker Hafen, der zunächst auf einen technischen Defekt zurückgeführt worden war. Mittlerweile wird jedoch ein Verfahren wegen des Verdachts verfassungsfeindlicher Sabotage geführt. Der Brand ereignete sich in der Nacht auf den 14. Mai vergangenen Jahres an einem Förderband im Getreideumschlagbereich, wo seit Russlands Invasion der Ukraine im Februar 2022 auch ukrainischer Weizen und Mais umgeschlagen werden.

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Millionenschaden und mögliche weitere Fälle

Durch das Feuer entstand laut Generalstaatsanwaltschaft ein Schaden von etwa einer Million Euro. In allen drei bekannten Verfahren dauern die Ermittlungen an, und bislang wurden noch keine Tatverdächtigen identifiziert. Doch damit könnte das Ausmaß der Sabotage-Verdachtsfälle noch nicht vollständig erfasst sein.

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte ausdrücklich mit, ihre Auskünfte ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erteilen. Bereits zuvor hatten Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung ergeben, dass das Bundeskriminalamt von sechs Sabotage-Verdachtsfällen in Mecklenburg-Vorpommern ausgeht, die sich 2025 zugetragen haben sollen.

Bundesbehörden bestätigen Häufung von Vorfällen

Das Bundeskriminalamt bestätigte auf Anfrage zwar nicht konkret die sechs Fälle, verwies aber auf eine Vielzahl von bislang ungeklärten Vorfällen seit 2024, bei denen mögliche Sabotagehandlungen insbesondere im Auftrag Russlands erfolgt sein könnten. Eine Sprecherin erklärte, im September 2025 sei eine Häufung solcher Fälle festgestellt worden, woraufhin eine Informationssammelstelle zur Bündelung polizeilicher Erkenntnisse eingerichtet wurde.

Auch das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich zurückhaltend zu den mutmaßlichen Sabotage-Fällen. Ein Sprecher bat um Verständnis dafür, dass zu sensiblen und für die nationale Sicherheit relevanten Informationen grundsätzlich keine Auskünfte erteilt werden könnten, um laufende Ermittlungsverfahren nicht zu gefährden.

Die Ermittlungen in Mecklenburg-Vorpommern verdeutlichen somit eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der Sicherheitslage, bei der sowohl militärische Einrichtungen als auch zivile Infrastruktur im Fokus mutmaßlicher Sabotageakte stehen könnten.

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