Historische Rückkehr: MiG-29 findet dauerhaften Platz in Laage
Die Luftwaffe hat auf dem Fliegerhorst in Laage erneut eine sowjetische MiG-29 stationiert, allerdings in einer besonderen Form. Der von der polnischen Luftwaffe ausgemusterte Kampfjet wurde dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff" überlassen und wird nicht mehr abheben. Die Maschine ist vollständig demilitarisiert und damit nicht mehr flugfähig. Stattdessen soll sie auf dem Luftwaffenstützpunkt neben anderen Kampfflugzeugen auf einem festen Betonsockel als Ausstellungsstück präsentiert werden.
Ein Stück Standortgeschichte kehrt zurück
Mit der MiG-29 kehre "ein echtes Stück Standortgeschichte zurück", teilte das Landeskommando der Bundeswehr auf seinem Facebook-Kanal mit. Auf Fotos der Anlieferung ist deutlich zu erkennen, wie der ausgemusterte Kampfjet in eine große Halle des Geschwaders geschoben wird. Der legendäre sowjetische Kampfjet war mit einem Schwerlasttransporter aus Polen auf den Fliegerhorst in Mecklenburg-Vorpommern überführt worden.
Früheren Angaben der Bundeswehr zufolge handelt es sich um eine zweisitzige Variante, die bereits einmal in Laage stationiert war. Nach der Wiedervereinigung hatte die Bundeswehr insgesamt 23 MiG-29 von der Nationalen Volksarmee übernommen und unter anderem auf dem Fliegerhorst in Laage eingesetzt. Im Jahr 2003 überließ die Bundeswehr diese sowjetischen Kampfflugzeuge zum symbolischen Preis von nur einem Euro dem polnischen Militär.
Technische Meisterleistung mit besonderem Manöver
Die MiG-29 wurde in den 1970er Jahren von der Sowjetunion als direkte Reaktion auf moderne amerikanische Kampfflugzeuge entwickelt. Der zweistrahlige Abfangjäger erreicht beeindruckende doppelte Schallgeschwindigkeit und galt unter Fachleuten zeitweise aufgrund seiner exzellenten Flugeigenschaften als eines der weltweit besten Kampfflugzeuge seiner Klasse.
Besonders bemerkenswert war die Fähigkeit der MiG-29, ein einzigartiges Manöver zum Abschütteln von Verfolgern durchzuführen: die sogenannte Kobra. Bei diesem spektakulären Flugmanöver richteten die Piloten die Maschine im Flug wie eine warnende Giftschlange auf und bremsten dadurch fast vollständig ab. Der Verfolger flog an seinem Ziel vorbei und fand sich plötzlich in der Position des Gejagten wieder. Nur wenige Kampfflugzeuge ihrer Zeit beherrschten diese anspruchsvolle Flugtechnik.
Öffentliche Präsentation geplant
Für die interessierte Öffentlichkeit wird die MiG-29 auf dem Fliegerhorst in Laage am 6. Juni zum Tag der Bundeswehr zugänglich sein. Besucher können dann das historische Kampfflugzeug aus nächster Nähe betrachten und mehr über seine bewegte Geschichte erfahren. Die Rückkehr der MiG-29 nach Laage markiert nicht nur ein Kapitel militärischer Geschichte, sondern auch die Verbindung zwischen deutscher und polnischer Luftfahrttradition.



