Schwesig-Erfolg: MPK beschließt Forderung nach Social-Media-Verbot für Jugendliche bis 14 Jahre
Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hat am Donnerstag einen wegweisenden Beschluss zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum gefasst. Auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns sprachen sich die Länderchefs für deutlich strengere Regulierungen von Social-Media-Plattformen aus.
Altersgestufte Zugänge und Medienkompetenz als Kernforderungen
Im Zentrum der Diskussion stand der Vorschlag von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), der ein klares Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre vorsieht. Darüber hinaus sollen bis zum 16. Lebensjahr ausschließlich altersgerechte Angebote zugänglich sein. „Wir müssen unsere Kinder besser vor den Gefahren im Internet schützen“, betonte Schwesig in ihrer ersten Stellungnahme nach der Konferenz.
Die Ministerpräsidentin zeigte sich erfreut über die breite Unterstützung ihres Vorstoßes: „Ich bin sehr dankbar, dass sich die Länder heute auf der MPK gemeinsam für einen besseren Kinder- und Jugendschutz ausgesprochen haben. Viele andere Ministerpräsidenten befürworten einen solchen Stufenplan.“ Sie appellierte an die Bundesregierung, zügig konkrete Lösungen zu erarbeiten.
Systematischer Schutz vor digitalen Risiken
In ihrem offiziellen Beschluss fordern die Regierungschefs die Anbieter von Social-Media-Plattformen auf, das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen über wirtschaftliche Interessen zu stellen. Konkret sollen junge Nutzer vor systemischen Risiken geschützt werden, darunter:
- Suchtmechanismen durch algorithmische Inhalte
- Verbreitung von Desinformation und Falschmeldungen
- Sozialer Druck durch Vergleichs- und Bewertungssysteme
- Psychische Belastungen durch Cybermobbing und negative Interaktionen
Die Ministerpräsidenten betonen, dass Kinder und Jugendliche ein besonderes Recht auf sichere Entwicklungsräume haben – sowohl in der analogen als auch in der digitalen Welt.
Flächendeckende Medienkompetenz an Schulen
Parallel zu den geplanten Regulierungen fordert die MPK eine systematische und flächendeckende Medienkompetenzförderung an Schulen. Diese soll Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, verantwortungsvoll und reflektiert mit digitalen Angeboten umzugehen. Die Kombination aus rechtlichen Rahmenbedingungen und pädagogischer Begleitung wird als entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen angesehen.
Der Beschluss markiert einen bedeutenden Schritt in der deutschen Digitalpolitik und unterstreicht die wachsende Besorgnis über die Auswirkungen sozialer Medien auf die Entwicklung junger Menschen. Die Umsetzung der Forderungen liegt nun in den Händen des Bundes, der nach Ansicht der Länderchefs zeitnah handeln sollte.



