Müritzeum Waren: Erfolgreiches Jahr und ambitionierte Zukunftspläne
Im Naturerlebniszentrum Müritzeum in Waren blicken Mitarbeiter und Geschäftsführung auf ein zufriedenstellendes Jahr 2025 zurück und erwarten ein spannendes Jahr 2026. Nach Angaben von Sprecherin Claudia Siatkowski haben rund 135.000 Gäste das mitten in der Stadt gelegene Zentrum im vergangenen Jahr besucht. Im Jahr zuvor seien es in etwa genauso viele gewesen. „Damit sind wir ganz zufrieden“, sagt die Marketing-Beauftragte, wenngleich das angestrebte Ziel 150.000 Besucher gewesen sei.
Besucherstruktur und geografische Herkunft
80 Prozent der Gäste seien aus Deutschland gewesen, was als normaler Wert angesehen wird. Ein kleiner Teil stamme aus Nachbarländern, während internationales Publikum statistisch fast zu vernachlässigen sei. Dennoch werden im Müritzeum zwei Sprachen gesprochen – Deutsch und Englisch – und alle Beschriftungen sind zweisprachig ausgelegt. Im Ranking der Bundesländer führen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin deutlich. 72 Prozent aller Besucher stammten von dort, gefolgt von Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Besucherverhalten und Insider-Tipps
Naturgemäß kämen die meisten Menschen in den Frühlings- und Sommermonaten, speziell zu den Ferienzeiten, ins Haus. Besonders beliebt seien Besuche bei Regenwetter. „Da versuchen wir ein bisschen gegenzusteuern und weisen unsere Gäste darauf hin, dass es bei uns auch dann schön ist, wenn die Sonne scheint“, wirbt Claudia Siatkowski. Genau genommen sei es fast schon ein Insider-Tipp, sich gerade dann für einen Museumsrundgang zu entscheiden, wenn es draußen heiß ist. Drinnen sei es angenehm kühl und vor allem nicht so überlaufen. Wer gegen den Strom schwimmt, habe auch in der Aquarienwelt die beste Sicht und müsse nicht „aus dritter Reihe gucken“. Auch im Außenbereich, auf dem Wasser- und dem Abenteuerspielplatz, sei es an regenfreien Tagen besonders reizvoll.
Neue Sonderausstellung: Kunst trifft Natur
Die nächste Sonderausstellung bietet neben Fischen und anderen tierischen Hauptdarstellern einen weiteren guten Grund, mehrere Stunden in dem Naturmuseum zu verbringen. Noch im März beginnt die Ausstellung „Von Kunst und Natur – Sammlung trifft Atelier“. Natur könne auf unterschiedliche Art und Weise dokumentiert werden. „Sie kann unter anderem mit Stift und Pinsel, auf einem Foto oder als Präparat zeitlos festgehalten werden. Um die Verbindung zwischen Natur und Kunst zu zeigen und die vielfältigen Möglichkeiten ihrer Darstellung, entstand die Idee zu der neuen Ausstellung“, erklärt Claudia Siatkowski. Bis in den November hinein vereine die Schau Präparate aus den Naturhistorischen Landessammlungen des Müritzeums mit wechselnden Arbeiten dreier Künstler.
- Vom 26. März bis zum 14. Juni werden Bleistiftzeichnungen des Brandenburgers Ralf Wilhelm Schmidt gezeigt, der „mit feiner Beobachtung und handwerklicher Tiefe Tiere, Landschaften und stille Momente lebendig werden lässt“.
- Es folgen Acrylbilder von Daniela Friederike Lüers aus Varchentin, die sich nicht nur vom 18. Juni bis zum 6. September „auf Dinge konzentriert, die uns glücklich machen“.
- Mit „kameraloser Fotografie“ – der Lomographie, der Direktvergrößerung und der Infrarotfarbfotografie – überrascht schließlich Gregor Philipps vom 10. September bis zum 29. November.
Weitere Höhepunkte und regelmäßige Angebote
Neben diesen Eckpfeilern des Veranstaltungsjahrs im Müritzeum gibt es weitere attraktive Programmpunkte. So läuft die Ausstellung „Glanzlichter“ mit den Gewinnerbildern des jährlichen Naturfotowettbewerbs noch bis zum 15. März. Regelmäßig werden Gesteinssprechstunden angeboten, bei denen Hobby-Geologen eigene Funde unter fachkundiger Anleitung bestimmen können. Jeden Dienstag um 11 Uhr steigt ein Taucher ins Tiefenbecken und lässt sich beim Putzen der Scheiben beobachten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Familien- und Kinderangebote sowie weitere Aktivitäten.
Geplante Modernisierungen und bauliche Herausforderungen
Zu den anstehenden baulichen Herausforderungen gehört die geplante Neugestaltung und Modernisierung der Aquarienlandschaft, für die das Müritzeum Ende 2025 eine Förderzusage über 3,9 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern erhalten hat. Wann die Arbeiten konkret beginnen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Ein weiteres Thema ist der möglicherweise unausweichliche Abriss der maroden Herrenseebrücke, unter der sich das älteste und bis heute genutzte Aquarium des Müritzeums befindet. Dieses dient unter anderem als Arbeitsbereich für Quarantäne und Aufzucht. Welche Auswirkungen ein möglicher Brückenabriss auf das Müritzeum und seine Anlagen haben könnte, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.



