MV investiert 250 Millionen Euro in Berufsschulen: Qualifizierungsoffensive gegen Fachkräftemangel
MV: 250 Mio. Euro für Berufsschulen gegen Fachkräftemangel

Mecklenburg-Vorpommern startet milliardenschwere Qualifizierungsoffensive

Beim Arbeitsmarktgipfel in Schwerin haben Land, Sozialpartner und Arbeitsverwaltungen einen gemeinsamen Fahrplan zur Bekämpfung des Fachkräftemangels vereinbart. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) startete die bundesweite Initiative „Deutschland packts an - mit einer starken beruflichen Bildung“, die jährlich 170 Millionen Euro umfasst und zusätzlich das Aufstiegs-Bafög mit einer Milliarde Euro unterstützt.

250 Millionen Euro für die Sanierung der Berufsschulen

Mecklenburg-Vorpommern stellt aus dem Wirtschaftsförder-Etat 250 Millionen Euro für die Sanierung der 27 Berufsschulen und deren Internate bereit. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte: „Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist die größte Herausforderung für unser Land.“ Die Mittel sollen die Infrastruktur der beruflichen Bildung nachhaltig verbessern und attraktive Lernumgebungen schaffen.

Neue Ansätze für die berufliche Bildung

Die Fachkräftestrategie des Landes sieht mehrere innovative Maßnahmen vor:

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  • Ausbau der Berufsfrühorientierung für junge Menschen
  • Einsatz von Weiterbildungsmentoren in Unternehmen
  • Vereinfachung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse durch digitale Verfahren
  • Ausweitung von Praktikumsprämien auf weitere Wirtschaftsbereiche
  • Wiederbelebung der Praktikumsangebote an Schulen

Schwesig appellierte an die Wirtschaft: „Jedes Unternehmen sollte über eine Partnerschaft mit einer Schule im Land nachdenken.“ Gemeinsam mit externen Partnern soll Schülern das Berufsleben nähergebracht werden.

Demografischer Wandel als zentrale Herausforderung

Markus Biercher, Chef der Landesarbeitsagentur, verdeutlichte die Dramatik der Situation: „Die demografische Entwicklung hat das Land fest im Griff.“ Jährlich verliere der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern so viele Beschäftigte, wie die Stadt Güstrow Einwohner hat. Daher bleibe die Fachkräftesicherung eine zentrale Aufgabe, die nur durch verstärkte Ausbildung, verbesserte Übergänge von der Schule in den Beruf und kontinuierliche Qualifizierung im Job bewältigt werden könne.

Finanzielle Handlungsfähigkeit gesichert

Die neuen Qualifizierungsangebote dürften am Geld kaum scheitern: Der Etat für berufliche Qualifizierung wurde in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr nochmals um zehn Millionen Euro auf 171 Millionen Euro aufgestockt. Biercher betonte: „Wir sind handlungsfähig und können die berufliche Bildung finanzieren.“ Bundesministerin Prien unterstrich die Bedeutung der Initiative: „Eine gute Qualifikation ist der beste Schutz vor Krisen und Strukturwandel und erfüllt das Aufstiegsversprechen in unserem Land.“

Die Offensive zielt insbesondere auf die bundesweit 2,7 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne berufliche Qualifikation oder Schulabschluss, denen bessere Bildungsangebote gemacht werden sollen. Gleichzeitig soll die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung stärker anerkannt werden, um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu erhöhen.

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