Schienenersatzverkehr in MV: Polizei prüft Bus mit abgefahrenen Reifen
MV: Polizei prüft Ersatzbus mit abgefahrenen Reifen

Schienenersatzverkehr in Mecklenburg-Vorpommern: Polizei reagiert auf Sicherheitsbedenken

Der Schienenersatzverkehr in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich für die Deutsche Bahn und das beauftragte Busunternehmen Ecovista zunehmend zu einem Albtraum. Nachdem bereits Skeptiker und Kritiker von einem Mix aus "Desaster" und "Chaos" sprechen, müssen nun tausende Pendler, die täglich auf den Ersatzverkehr angewiesen sind, zusätzliche Belastungen hinnehmen.

Fahrgäste stranden und erleben schockierende Zustände

Am vergangenen Wochenende erlebten die Schweriner Hartmut Senff und Tobias Küstermann die prekäre Situation hautnah. Nachdem in Bad Wilsnack zwei Ersatzbusse ohne Vorankündigung ausfielen, waren die beiden gestrandet und konnten nur mit Mühe eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Der nächste Schock folgte am Sonntag, als endlich ein Bus von Ecovista eintraf.

Die Fahrgäste berichten von einem klappernden Bus mit verschimmelten Sitzen und sichtbar abgefahrenen Reifen. Aus Sorge um die Verkehrssicherheit riefen sie daraufhin zweimal bei der Polizeistation in Ludwigslust an, um auf die Missstände hinzuweisen. Nach Aussage der beiden zeigte die Polizei jedoch zunächst kein Interesse an dem möglicherweise abgenutzten Fahrzeug.

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Polizei nimmt Stellung und leitet Prüfungen ein

Auf Nachfrage des Nordkuriers erklärte die Pressestelle des Polizeipräsidiums Rostock am Donnerstag: "Wir gehen Hinweisen auf mögliche Verstöße oder Sicherheitsmängel selbstverständlich nach, soweit diese in unseren Zuständigkeitsbereich fallen." Die Behörde betonte, dass bei Verdacht auf technische Mängel Maßnahmen bis hin zur Untersagung der Weiterfahrt eingeleitet werden können.

Gleichzeitig verwies die Polizei auf die hohen Sicherheitsanforderungen für Busse im Personenverkehr. Diese unterliegen in Deutschland strengeren Hauptuntersuchungsintervallen als Pkw und müssen vierteljährlich Sicherheitsprüfungen durchlaufen. "Stellt die Polizei diesbezüglich Verstöße fest, werden diese konsequent geahndet", so die offizielle Stellungnahme.

Hintergrund: Ecovista muss gesamte Flotte austauschen

Die aktuellen Probleme verschärfen sich durch einen Streit zwischen Ecovista und seinem Kapitalgeber, der den Austausch der gesamten 200 Busse umfassenden Fahrzeugflotte notwendig macht. Um den Ersatzverkehr aufrechtzuerhalten, müssen nun alte und gebrauchte Busse aus ganz Europa zusammengesucht werden.

Für die betroffenen Pendler bedeutet dies zusätzliche Unannehmlichkeiten in einem ohnehin schon angespannten Verkehrssystem. Die Polizei kündigte an, im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung regelmäßig Kontrollen von Bussen und anderen Fahrzeugen des gewerblichen Personenverkehrs durchzuführen. Konkrete Maßnahmen würden sich nach der aktuellen Lage und entsprechenden Hinweisen richten.

Der Vorfall in Ludwigslust wird derzeit geprüft, sobald der zuständige Beamte wieder im Dienst ist, soll die Angelegenheit umgehend nachbereitet werden. Die Entwicklung zeigt einmal mehr die Herausforderungen im Schienenersatzverkehr Mecklenburg-Vorpommerns und wirft Fragen zur Verkehrssicherheit auf.

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