Obere Peene sucht Strategien gegen extreme Wetterereignisse nach Tauwetter
Obere Peene sucht Lösungen für extreme Wetterlagen

Obere Peene sucht Strategien gegen extreme Wetterereignisse nach Tauwetter

Die Pegelstände der Ost- und Kittendorfer Peene in der Mecklenburgischen Schweiz normalisieren sich allmählich nach dem starken Tauwetter Ende Februar 2026. Die Hochwasserwelle, die in der Nacht zum 23. Februar leicht über dem mittleren Hochwasser lag, ist laut Experten mittlerweile abgeflossen. Doch die Folgen des extremen Wetterereignisses werfen grundlegende Fragen zur künftigen Wasserbewirtschaftung in der Region auf.

Überlastete Systeme und volle Teiche

Beim Wasser- und Bodenverband „Obere Peene“ hat die Aufarbeitung des Tauwetter-Wochenendes vom 21. und 22. Februar gerade erst begonnen. Verbandsingenieurin Katja Schulz betont: „Wir dürfen das, was passiert ist, jetzt nicht wieder schnell vergessen.“ Das Problem war vielschichtig: Regen fiel auf gefrorene Böden, gleichzeitig ließ Tauwetter die Schneedecke rasch abschmelzen. Diese Kombination überforderte zahlreiche Vorflutsysteme, die die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten.

Teiche füllten sich innerhalb kürzester Zeit und drohten überzulaufen. Die Feuerwehr musste in Remplin Wasser in das Grabensystem der Parkanlage pumpen, um kritische Situationen zu entschärfen. Nun sollen gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden Bereiche identifiziert werden, in denen Gewässer ausgebaut und angepasst werden müssen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wiederkehrende extreme Wetterlagen

Laut Katja Schulz sind derartige Wetterphänomene in der Region nicht einmalig. Vor sieben Jahren führten rasch steigende Temperaturen nach einem schneereichen Osterfest zu ähnlichen Tauwetterfolgen. Auch heftige Sommerregen, wie vor etwa eineinhalb Jahren, bringen Speicherbecken regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Diese Erfahrungen zeigen, dass die Infrastruktur für zunehmend extreme Wetterereignisse gewappnet sein muss.

Gefährliche Hanglage an der Endmoräne

Besonders problematisch ist nach Einschätzung des Verbands die Hanglage an der Endmoräne im Bereich der Malchiner Ortsteile Remplin und Pisede. Dort läuft Wasser bislang weitgehend ungehindert den Hang hinab, da es keine Rückhaltesysteme gibt. Schulz bezeichnet diesen Abschnitt als die derzeit extremste Stelle im gesamten Verbandsgebiet.

Die Frage, wie künftig Überflutungen wie in Remplin verhindert werden können, ist noch nicht abschließend geklärt. Mögliche Maßnahmen könnten sein:

  • Ausbau und Vertiefung bestehender Gewässer
  • Schaffung zusätzlicher Rückhaltebecken
  • Anpassung der Landnutzung in kritischen Bereichen
  • Verbesserung des Wassermanagements in Teichsystemen

Der Wasser- und Bodenverband „Obere Peene“ steht vor der Herausforderung, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den aktuellen Bedrohungen durch extreme Wetterlagen gerecht werden als auch langfristig die Resilienz der Region stärken.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration