Oldtimer-Traktoren beweisen ihr Können beim Pflügen in Naschendorf
In Naschendorf haben zahlreiche Besitzer historischer Traktoren und landwirtschaftlicher Zugmaschinen ihre Fahrzeuge auf dem Acker präsentiert. Beim zwölften Oldtimerpflügen gingen mehr als 40 Fahrzeuge an den Start und zeigten, dass die uralte Technik noch immer voll funktionsfähig ist.
Traktoren-Enthusiasten aus der Region
Der Goddiner Bernd Nitsch gehört zu den leidenschaftlichen Sammlern und besitzt stolze sechs Traktoren. Sein jüngster Zukauf ist ein UTB 550, den er sich erst zu Weihnachten gekauft hat. „Ich hatte jemanden kennengelernt, der sein Hobby aufgeben wollte, also habe ich zugeschlagen“, erzählt der 58-Jährige. Besonders stolz ist er darauf, dass sein rumänisches Fabrikat in Naschendorf einzigartig war – kein weiterer UTB 550 war vor Ort.
Interessant ist, dass Bernd Nitsch bereits um die Wendezeit 1990 einen solchen UTB besaß, der später wieder verkauft wurde. Jetzt bereichert der neue UTB seinen Maschinenpark, in dem auch Belarus- und Famulus-Traktoren stehen. „Ich war vor zwei Jahren schon mal hier in Naschendorf, um das Pflügen auszuprobieren. Denn das mache ich zu Hause sonst nicht“, erklärt er. Ihm gehe es weniger um die perfekte Furche, sondern vielmehr darum, die besondere Atmosphäre der Veranstaltung zu genießen.
Familientradition und Leidenschaft
Der Kastahner Jens Lüdemann ist ein regelmäßiger Teilnehmer beim Oldtimerpflügen. In diesem Jahr fuhr er mit einem IHC aus dem Baujahr 1987 nach Naschendorf. „Mit dem habe ich etwa 20 Jahre lang Stroh auf dem heimischen Gelände gemacht. Jetzt fahre ich eigentlich nur, um die Scharen des Pfluges wieder blank zu bekommen“, berichtet der 48-Jährige.
Mittlerweile hat sein 16-jähriger Sohn Finn so viel Gefallen am Traktorfahren gefunden, dass Vater Jens ihn gerne ans Lenkrad lässt. „Wir machen das nur zum Spaß. Auch uns ist es eigentlich egal, wie gerade wir eine Furche ziehen können. Es ist eine tolle Veranstaltung“, betont Jens Lüdemann. Diese Einstellung teilen viele der Teilnehmer, die hier ihre Leidenschaft für historische Landtechnik ausleben.
Vielfalt an historischer Technik
Die Veranstaltung beeindruckte durch die große Bandbreite an Maschinen. Vom K700, der stärksten Zugmaschine, bis hin zum 80 Jahre alten Lanz Bulldog versuchten mehr als 40 Enthusiasten, möglichst gerade und gleichmäßig tiefe Furchen zu ziehen. Selbst Anfänger konnten hier testen, wie anspruchsvoll diese scheinbar einfache Aufgabe tatsächlich ist.
Die älteste Technik bleibt dank engagierter Enthusiasten weiterhin einsatzfähig und zeigt, dass historische Landmaschinen nicht nur Museumsstücke sind, sondern auf dem Acker noch immer ihre Dienste leisten können. Das Oldtimerpflügen in Naschendorf hat sich zu einem festen Termin für Traktoren-Liebhaber aus der Region entwickelt, die hier ihre Schätze präsentieren und gemeinsam ihr Hobby pflegen.



