Bittere Nachricht für die Ostseeinsel Rügen: Renommiertes Hotel muss Insolvenz anmelden
Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern erleidet einen weiteren herben Rückschlag. Nachdem bereits im vergangenen Jahr traditionsreiche Häuser wie der Scheelehof in Stralsund und das Usedom Palace auf der Nachbarinsel Usedom schließen mussten, hat nun ein weiteres renommiertes Hotel an der Ostsee das Aus vermeldet. Das betroffene Haus gehört zu den bekanntesten Adressen auf der beliebten Urlaubsinsel Rügen.
Gestiegene Kosten belasten die Hotelbranche massiv
Lars Schwarz, Chef des Dehoga-Landesverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, hatte bereits im Dezember 2025 vor den wirtschaftlichen Herausforderungen gewarnt. Die Umsätze sind im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 im ersten Halbjahr 2025 um dramatische 17,4 Prozent eingebrochen, erklärte Schwarz im Gespräch mit der Nordkurier Mediengruppe. Gleichzeitig sind die Betriebskosten deutlich gestiegen.
Die Hauptbelastungsfaktoren für die Hotels und Gastronomiebetriebe sind:
- Deutlich erhöhte Lohnkosten
- Explodierende Energiepreise
- Steigende Mietkosten
- Höhere Ausgaben für Lebensmittel
Wenn die Menschen weniger Geld haben, sparen sie beim Urlaub oder beim Essengehen, so Schwarz. Diese Entwicklung treffe die Branche wirtschaftlich besonders hart.
Insolvenz der Revo Hospitality Group hat weitreichende Folgen
Die aktuelle Insolvenz des Hotels auf Rügen steht im Zusammenhang mit der größeren Krise der Revo Hospitality Group, des größten Hotelbetreibers in Europa. Mitte Januar hatte die Gruppe für etwa 140 Gesellschaften Insolvenz beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt.
Von dieser Insolvenz sind insgesamt 125 Hotels in Deutschland und Österreich betroffen, die etwa 5.500 Mitarbeiter beschäftigen. Neben dem Hotel auf Rügen musste auch das Mövenpick Hotel Frankfurt City dauerhaft schließen.
Auswirkungen auf Gäste und Mitarbeiter
Auf der Internetseite des betroffenen Aedenlife Hotel & Resort Rügen heißt es mittlerweile, dass Buchungen nicht mehr möglich sind. Gäste mit bestehenden Reservierungen werden schnellstmöglich informiert, teilte das Hotel mit. Gleichzeitig bedauere man die entstehenden Unannehmlichkeiten.
Noch gravierender sind die Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Laut dem Branchenportal Hotel vor 9 warten die Angestellten des geschlossenen Hotels auf Rügen noch auf ihre Januar-Löhne. Die Insolvenz trifft damit nicht nur die Hotelbetreiber, sondern auch die Beschäftigten unmittelbar.
Die Hotelkrise in Mecklenburg-Vorpommern zeigt deutlich, wie anfällig die Tourismusbranche für wirtschaftliche Veränderungen ist. Gestiegene Betriebskosten bei gleichzeitig rückläufigen Umsätzen stellen eine existenzielle Bedrohung für viele Betriebe dar. Die Warnungen der Branchenexperten haben sich nun erneut bestätigt.



