Professionelle Diebstähle von Pflanzenschutzmitteln nehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu
Pflanzenschutzmittel-Diebstähle in MV nehmen zu

Professionelle Diebstähle von Pflanzenschutzmitteln nehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu

In Mecklenburg-Vorpommern sind scheinbar wieder verstärkt professionelle Pflanzenschutzmittel-Diebe unterwegs. Nach zwei Fällen in Groß Brütz bei Schwerin und Broderstorf bei Rostock innerhalb weniger Tage mit einem Gesamtschaden von rund 150.000 Euro warnt die Polizei vor allem Agrarbetriebe im Moment vor solchen Einbrechern. Die Agrarbranche sollte ihre Sicherungssysteme überprüfen, wofür das Landeskriminalamt bereits Hinweise herausgegeben hatte. Beide bisherigen Tatorte liegen unweit der Autobahnen 20 und 14.

Tür der Halle aufgebrochen

So brachen Unbekannte in der Nacht zu Samstag in eine Lagerhalle in Fienstorf bei Broderstorf unweit von Rostock ein, in der größere Mengen Pflanzenschutzmittel in flüssiger Form lagerten. Sie sollen mehrere Behälter mit insgesamt etwa 1000 Liter Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden gestohlen haben. Allein hier wurde der Schaden auf 100.000 Euro geschätzt.

Die Täter sollen über die Rückseite des Firmengeländes gestiegen, eine Tür der Halle aufgebrochen und die Beute in Plastikbehältern mit mindestens einem größeren Fahrzeug weggeschafft haben.

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In der Nacht zu Donnerstag, dem 9. April, stahlen Diebe auf ähnliche Art und Weise Pflanzenschutzmittel im Wert von 50.000 Euro. Da war ein Agrarbetrieb in Groß Brütz nordwestlich von Schwerin Ziel der Täter. Diese Chemikalien lagerten in einer Halle auf einem Betriebsgelände in der Straße „An der Kegelbahn“ in dem Gutsdorf.

In beiden Fällen ermittelt die Polizei wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall. Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen nehmen die Polizei Sanitz unter 038209 / 440 und auch die Polizei in Wismar für Nordwestmecklenburg entgegen.

Düngerpreise steigen seit Iran-Krieg stark an

In Europa steigen seit Längerem die Energiepreise und nach dem Angriff auf den Iran auch die Düngerpreise stark an. Das wirkt sich auch auf die Preise für Chemieerzeugnisse aus.

Im September 2025 waren solche Profi-Diebe bereits in Poppendorf bei Broderstorf in ein Lager eingestiegen und hatten dort ebenfalls Pflanzenschutzmittel für rund 150.000 Euro auf einen Schlag entwendet.

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Tipps der Polizei zur Diebstahlprävention

  1. Einfriedung: Ein Zaun in fester Bauweise und ausreichender Höhe verhindert bzw. erschwert ein unbefugtes Betreten. Einfache Maschendrahtzäune haben wenig Sicherheitswirkung.
  2. Bepflanzung und Aufstiegshilfen: Hohe und dichte Hecken bzw. Sträucher bieten Einbrechern eine gute Deckung. Gebäudenahe Bäume und Mülltonnen eignen sich als Aufstiegshilfe.
  3. Grundschutz für Gebäude: Neben der schwerpunktmäßigen Sicherung der Geräte und Fahrzeuge sollte auch das Werkstatt- und Bürogebäude eine mechanische Grundsicherung aufweisen.
  4. Einbruchmeldeanlage (EMA): Einbruchmeldeanlagen verhindern zwar keinen Einbruch, bieten aber einen wichtigen zusätzlichen Schutz. Sie können abschrecken oder schnell und gezielt Hilfe alarmieren.
  5. Videoüberwachung: Sie kann den mechanischen Grundschutz ergänzen. Für viele Täter wirkt eine Videoüberwachung abschreckend. Sie kann im Schadensfall die Aufklärung der Tat erleichtern.
  6. Beleuchtung: Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend. Daher wird empfohlen, eine angemessene Beleuchtung des Firmengrundstücks vorzunehmen.
  7. Individuelle Kennzeichnung von Gegenständen: Neben der Möglichkeit, Diebesgut zuordnen zu können, dient die individuelle Kennzeichnung von Gegenständen der Prävention. Markierte Gegenstände sind für Täter weniger attraktiv.
  8. Organisatorische Maßnahmen: Sensibilisierung und Einbeziehung der Mitarbeiter ins Thema Sicherheit führt zu einer besseren Akzeptanz erforderlicher Maßnahmen.
  9. Verdächtige Personen und Fahrzeuge: Achten auf verdächtige Personen, die Ausspähversuche unternehmen, z.B. auf Kunden in Räumen, die nicht für den Publikumsverkehr bestimmt sind oder sich auffällig für Büroräume interessieren. Überprüfen von Kundenparkplätzen nach Geschäftsschluss bezüglich verdächtiger Fahrzeuge.
  10. Beratungsservice der Polizei: Eine individuelle polizeiliche Beratung erhalten Sie bei den (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen. Dort informieren Fachleute kostenlos und neutral über Sicherungsmaßnahmen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über die Beratungsstellensuche.

Quelle: Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern