Polen senkt Spritpreise deutlich: Neue Gesetze bringen Ersparnis für Autofahrer
Polen senkt Spritpreise deutlich: Neue Gesetze wirken

Polen senkt Spritpreise deutlich: Neue Gesetze bringen Ersparnis für Autofahrer

In Polen werden die Spritpreise ab Dienstag spürbar sinken, dank neuer Gesetze, die von der Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk umgesetzt werden. Derzeit sammelt das Energieministerium noch Daten von Großhändlern, um auf dieser Grundlage den aktuell erlaubten Höchstpreis festzulegen, wie Vize-Energieminister Wojciech Wrochna dem Sender Rmf.fm mitteilte. „Am Dienstagmorgen soll der Höchstpreis, an den sich alle Anbieter halten müssen, bereits in Kraft sein“, erklärte er. Die Regierung rechnet damit, dass die Preise für Benzin und Diesel um umgerechnet 28 Cent pro Liter sinken werden.

Senkung der Mehrwertsteuer und Einführung eines Höchstpreises

Am Freitag hatte Präsident Karol Nawrocki ein Spritpreispaket der Mitte-Links-Regierung unterzeichnet. Die neuen Gesetze sehen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoffe von bisher 23 Prozent auf nur noch 8 Prozent vor. Zusätzlich erhält der Energieminister die Möglichkeit, bis Ende Juni die Höhe der Energiesteuer auf Treibstoff zu reduzieren. Die Regierung hat bereits eine Senkung auf das nach EU-Recht zulässige Minimum von umgerechnet knapp sieben Cent pro Liter Benzin und Diesel angekündigt.

Überdies soll künftig ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis gelten, der täglich vom Energieminister auf der Grundlage der durchschnittlichen Großhandelspreise und der Betriebskosten der größten Lieferanten festgelegt wird. Verstöße gegen diese Regelung können mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 230.000 Euro geahndet werden, was die Einhaltung der neuen Preise sicherstellen soll.

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Regierung behält Tanktourismus im Blick

In Polen ist Treibstoff grundsätzlich sehr viel billiger als in Deutschland, was bereits kurz nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten für erheblichen Tanktourismus in den Grenzregionen gesorgt hat. Doch auch in Deutschlands Nachbarland sind die Preise in den vergangenen Wochen sehr stark gestiegen. Dies geht aus den Daten der EU-Kommission hervor, die einmal pro Woche Durchschnittspreise für die Länder veröffentlicht.

Die aktuellsten Zahlen stammen vom vergangenen Montag und weisen für Superbenzin im Vergleich zum letzten Montag vor Kriegsbeginn einen Anstieg um rund 31 Cent pro Liter aus, für Diesel ein Plus von rund 57 Cent. Das sind ähnliche Preisanstiege wie in Deutschland, was die Dringlichkeit der neuen Maßnahmen unterstreicht.

Ministerpräsident Donald Tusk betonte bereits am Donnerstag, dass derzeit keine Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf geplant seien. Allerdings werde die Regierung den Markt im Hinblick auf ein mögliches Auftreten von Tanktourismus beobachten. Sollte dieser zunehmen, sei die Einführung zusätzlicher Gegenmaßnahmen möglich, kündigte der Ministerpräsident an. Dies zeigt, dass die Regierung die Situation genau im Auge behält, um eine Überlastung der Tankstellen in Grenzregionen zu vermeiden.

Auswirkungen auf deutsche Autofahrer

Schon jetzt fahren deutsche Autofahrer vermehrt nach Polen zum Tanken, um von den niedrigeren Preisen zu profitieren. Mit den neuen Gesetzen wird dieser Trend voraussichtlich noch verstärkt, da die Ersparnis für Verbraucher deutlich spürbar sein wird. Die Senkung der Mehrwertsteuer und die Einführung eines Höchstpreises sind entscheidende Schritte, um die Belastung für Autofahrer zu reduzieren und den Tanktourismus zu regulieren.

Insgesamt zeigen die Maßnahmen der polnischen Regierung, wie durch gezielte gesetzliche Eingriffe die Spritpreise gesenkt werden können, während gleichzeitig der Markt beobachtet wird, um unerwünschte Nebeneffekte wie einen übermäßigen Tanktourismus zu kontrollieren.

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