Krabbenfischer feiern Rekordjahr 2025 nach sechs mageren Jahren an der Nordseeküste
Rekordjahr für Krabbenfischer nach sechs mageren Jahren

Lichtblick für die Küstenfischerei: Krabbenrekord nach sechs schwierigen Jahren

Nach sechs wirtschaftlich enttäuschenden Jahren erleben die Küstenfischer an der niedersächsischen Nordseeküste endlich eine erfreuliche Wende. Das Jahr 2025 hat den Fischern unerwartet hohe Krabbenerträge beschert und damit eine lang ersehnte positive Entwicklung eingeleitet. Die gefangene Menge an Speisekrabben hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2024 nahezu verdoppelt und erreichte insgesamt 2.092 Tonnen. Diese erfreulichen Zahlen gab der Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei im Landesfischereiverband Weser-Ems während seiner Jahrestagung im ostfriesischen Neuharlingersiel bekannt.

Umsatzrekord trotz gesunkener Preise

Aus wirtschaftlicher Perspektive spricht der Fischereiverband von einem echten „Rekordjahr“ für die gesamte deutsche Krabbenfischerei. Der Jahresumsatz übertraf mit mehr als 60 Millionen Euro deutlich die Vorjahreszahl von rund 25 Millionen Euro und lag damit etwa 50 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2024. Allerdings mussten die Fischer aufgrund der gestiegenen Fangmengen Preisnachlässe hinnehmen. Der Durchschnittspreis pro Kilogramm Krabben sank von 7,45 Euro im Jahr 2024 auf 6,60 Euro im Rekordjahr 2025.

Biologische und strukturelle Hintergründe

Nach Angaben der Fischer hat der Rückgang der Wittlingspopulation, eines natürlichen Fressfeindes der Nordseekrabbe aus der Dorschfamilie, maßgeblich zum gestiegenen Krabbenbestand beigetragen. Dieser biologische Faktor ermöglichte die außergewöhnlich guten Fangergebnisse.

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Trotz der erfreulichen Entwicklung stehen die Küstenfischer weiterhin vor erheblichen strukturellen Herausforderungen:

  • Anhaltende Konflikte um Nutzungsflächen in der Nordsee
  • Verschärfte Vorgaben und Auflagen im Meeresnaturschutz
  • Steigende Betriebskosten für die Fischerbetriebe
  • Eine überalterte Kutterflotte, die dringend modernisiert werden müsste

Diese Faktoren trüben seit Jahren die langfristigen Zukunftsaussichten der gesamten Branche und relativieren den aktuellen Erfolg.

Gemischte Bilanz bei Muscheln und Fisch

Der Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei vertritt insgesamt 62 aktive Fischereibetriebe, darunter Krabbenfischer, Muschelfischer und Betriebe der Kleinen Hochseefischerei. Während die Krabbenfischer jubeln können, verzeichneten die Muschelfischer deutliche Rückgänge. Von den nur noch drei existierenden Muschelfischereibetrieben in Niedersachsen wurden lediglich 876 Tonnen Miesmuscheln angelandet – ein Minus von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Laut Fischereiverband sind die Aufwuchsbedingungen für Miesmuscheln im niedersächsischen Küstenmeer deutlich schlechter als in benachbarten Regionen. Die Muscheln leiden als natürliche Wasserfiltrierer besonders unter Baggergut, das durch Ausbaggerungen von Flüssen, Häfen und Kabeltrassen an der Küste freigesetzt wird.

Bei der Kleinen Hochseefischerei zeichnet sich hingegen eine leicht positive Entwicklung ab. Die Fangmenge von Frischfisch wie Tintenfischen, Schollen und Kabeljau stieg auf 1.474 Tonnen an. Hauptgrund für diesen Anstieg war die Erweiterung der Flotte um ein weiteres Schiff, sodass nun insgesamt neun Fahrzeuge im Einsatz sind.

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