Rettungseinsatz auf Rügen: Wanderer versanken in gefährlichem Kreideschlamm
Rettungseinsatz: Wanderer in Kreideschlamm auf Rügen versunken

Dramatischer Wanderausflug auf Rügen: Paar in Kreideschlamm versunken

Die weltberühmten Kreidefelsen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern locken jährlich tausende Besucher an – doch die malerische Kulisse kann tückisch sein. Am vergangenen Sonntag erlebte ein Wanderpaar einen Ausflug, der in einem spektakulären Rettungseinsatz endete. Der 38-jährige Mann aus Hamburg und seine 34-jährige Begleitung aus Berlin versanken beim Spaziergang am Ostseestrand immer tiefer im gefährlichen Kreideschlamm.

Rettung per Boot in letzter Minute

Gegen 17.30 Uhr wurden die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) alarmiert. „Die beiden waren im Nationalpark Jasmund unter der Klippe schon etwas über knietief eingesunken“, erklärt DGzRS-Sprecherin Antke Reemts. Zwar gelang es dem Paar, sich gegenseitig aus dem nasskalten Schlamm zu befreien, doch als die Retter nach etwa einer Stunde eintrafen, waren die Wanderer völlig erschöpft, unterkühlt und leicht verletzt.

Die Unglücksstelle unterhalb der Kreidefelsen war von oben nicht einsehbar, und die Dämmerung brach bereits ein. Mit dem Tochterboot NOTARIUS des Seenotrettungskreuzers HARRO KOEPKE sowie einem kleinen Schlauchboot paddelten die Helfer vom Wasser aus zu den Gestrandeten. „Gegen 18.30 Uhr kamen die beiden erschöpft an Bord und wurden sicher an Land gebracht. Zwei Rettungswagen warteten bereits“, so Reemts weiter.

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Gefährliche Dynamik der Küstenlandschaft

Der Hintergrund für den gefährlichen Schlamm: Im Winter hatte es an der spektakulären Steilküste die schwersten Kreide-Abbrüche seit 15 Jahren gegeben. Durch das Tauen entsteht am Ufer ein rutschiger Matsch, der auf den ersten Blick harmlos wirkt, aber Wanderer schnell in gefährliche Situationen bringen kann. Der Nationalpark Jasmund empfiehlt Besuchern daher dringend, oberhalb des Ufers auf dem markierten Hochuferweg zu bleiben.

Ohne ihr Handy, mit dem sie Hilfe holen konnten, wären die beiden Wanderer wohl nicht entdeckt worden. Die Seenotretter betonen, wie wichtig es ist, die Warnhinweise ernst zu nehmen und die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen. Die dramatische Rettungsaktion unterstreicht die Notwendigkeit von Vorsicht in dieser dynamischen und beeindruckenden Naturlandschaft.

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