Europas größter Hotelbetreiber in der Krise: Revo-Gruppe mit Insolvenzverfahren
Für die 175 Hotels der Revo Hospitality Group wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Das teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Der größte Hotelbetreiber Europas mit Sitz in München hatte bereits Mitte Januar beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen entsprechenden Antrag gestellt, zunächst für 125 Häuser. Kurze Zeit später erhöhte sich die Zahl um 50 weitere Hotels.
Sechs Hotels in Mecklenburg-Vorpommern betroffen
In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Häuser von der Insolvenz betroffen. Dazu zählen:
- Das Intercity Hotel Schwerin am Hauptbahnhof
- Das Hotel Schloss Neustadt-Glewe
- Das Aedenlife Hotel & Resort Rügen in Trent
- Das Vienna House by Wyndham Sonne Rostock
- Das Vienna House by Wyndham Baltic Stralsund
- Das Townhouse Wismar a Vagabond Club
„Auch nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren werden die Hotels fortgeführt und können normal gebucht werden“, hieß es von offizieller Seite. Eine Ausnahme bildet das Aedenlife-Hotel in Trent auf Rügen, das im Zuge der Pleite bereits dauerhaft geschlossen wurde. Auf der Website des Hotels ist weiterhin ein Hinweis zu lesen, dass aufgrund der Insolvenz der Betreibergesellschaft keine Buchungen mehr angenommen werden.
Keine weiteren Schließungen geplant
Laut Revo sollen keine weiteren Hotels in Eigenverwaltung schließen. Grund dafür sei das starke Interesse von Investoren an der Revo-Gruppe oder einem großen Teil davon. „Während des laufenden Verkaufsprozesses haben bislang deutlich mehr als 100 Interessenten die zur Verfügung gestellten Unterlagen durchgesehen, um sich ein Bild über die verschiedenen Häuser zu verschaffen“, so das Unternehmen. Die Angebote sollen voraussichtlich bis Ende April 2026 verbindlich vorliegen.
Nach Auslaufen des Insolvenzgelds Ende März sollen die Löhne und Gehälter der mehr als 5500 Mitarbeiter wieder von den Betriebsgesellschaften selbst gezahlt und aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden. „Die Hotelbetriebe laufen stabil und mit den aktuellen Frühjahrsmessen erfolgreich“, erklärte ein Pressesprecher der Revo-Gruppe.
Höhere Kosten als Hauptursache für die finanzielle Schieflage
In finanzielle Schwierigkeiten gerieten die betroffenen Gesellschaften der Revo-Gruppe vor allem durch gestiegene Lohnkosten und die Anhebung der Mindestlöhne sowie höhere Ausgaben für Mieten und Energie. Die schnelle Expansion habe zudem zu Integrationsproblemen geführt. Die Gruppe war bis 2025 noch als HR-Group tätig und wuchs seit 2020 von 51 auf 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern.



