Rostocker Hort Flotte Waldkäfer: Neuanfang nach Schimmelbefall
Für die Eltern der Kinder im Rostocker Hort Flotte Waldkäfer kam die Nachricht im Februar wie ein Schock: Schimmelbefall hatte sich in den Räumlichkeiten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rostock-Reutershagen ausgebreitet. Mitarbeiter hatten bereits am 9. Februar „Verfärbungen im Treppenhaus und im Hausaufgabenraum“ entdeckt, wie DRK-Sprecherin Julia Junge bestätigte. Der Hort wurde umgehend geschlossen, doch mittlerweile ist die Einrichtung wieder geöffnet und der Schimmel beseitigt. Dennoch steht ein grundlegender Neuanfang bevor: Das Gebäude wird abgerissen und durch eine moderne Modulanlage ersetzt.
Umfassende Sanierung nach Schimmelfund
Nach der Entdeckung des Schimmels reagierten die Verantwortlichen schnell. Der für den Bau zuständige Rostocker Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) wurde sofort informiert. Die anwesenden Hortkinder wurden zunächst in der benachbarten DRK-Kindertagesstätte Flotte Waldkäfer betreut, anschließend fand die Betreuung in der Grundschule Nordwindkinner statt. „Wir haben unter Hinzuziehung des Gesundheitsamtes und des Jugendamtes unverzüglich reagiert und umgehend ein Raumluftgutachten beauftragt“, erklärt KOE-Sprecher Arndt Draheim.
Das Gutachten zeigte, dass alle Räume des Hortes vom Schimmelbefall betroffen waren. Die Schimmelbildung hatte ihren Ursprung in einem über längere Zeit verdeckten Bereich einer kalten Außenwand und war laut Draheim auf das Zusammenspiel aus sehr niedrigen Temperaturen zu Jahresbeginn und dem Nutzungsverhalten zurückzuführen. Umfassende Reinigungsarbeiten wurden beauftragt, um die Belastung nachhaltig zu beseitigen. Seit dem 17. März wird der Hort wieder genutzt, die Räume sind nachweislich schimmelfrei und die Raumluftwerte liegen innerhalb der zulässigen Richtwerte. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf etwa 60.000 Euro.
Zukunft in neuer Modulanlage
Der langfristige Plan sieht jedoch einen kompletten Neuanfang vor. Der marode Plattenbau aus den 1970er-Jahren in der Etkar-André-Straße, der bereits seit längerem für einen Abriss vorgesehen war, wird nicht mehr saniert. Stattdessen zieht der Hort vorübergehend in eine Containeranlage, die in direkter Nachbarschaft errichtet wird. Voraussichtlich Mitte dieses Jahres wird die Anlage etappenweise aufgestellt. Die Container standen bis Ende 2025 in Groß Klein, wo sie als Interimslösung für den Hort Groß und Klein dienten.
Für das DRK als Betreiber ist die Containerlösung eine praktische Option, um die bekannten baulichen Defizite zu überbrücken. „Wir setzen uns weiterhin aktiv für eine tragfähige und dauerhafte Lösung ein, damit unsere Kinder bedarfsgerecht und den Anforderungen entsprechend optimal betreut werden können“, betont Sprecherin Julia Junge. Der KOE-Sprecher Arndt Draheim stellt klar, dass es sich bei der Containeranlage um ein reguläres, vollwertiges Gebäude handelt, das auch langfristig als Hort genutzt werden kann. Der Hort Flotte Waldkäfer ist aktuell das einzige der 35 KOE-Objekte in der Kategorie Kita, das noch in unsaniertem Zustand ist.
Die neue Modulanlage verspricht nicht nur eine sichere und gesunde Umgebung, sondern auch einen Ort des Wohlfühlens und der Geborgenheit für die Kinder. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Neubeginn nach den Herausforderungen des Schimmelbefalls und unterstreicht das Engagement aller Beteiligten für die Betreuung der jüngsten Rostocker.



