Schimmel, Ekel und Dreck: Ersatzbusse in Mecklenburg-Vorpommern werden zum Albtraum
Fahrgäste in Mecklenburg-Vorpommern klagen über eklatante Missstände in Ersatzbussen, die im Schienenersatzverkehr eingesetzt werden. Zwei Schweriner erlebten eine schockierende Fahrt mit verschimmelten Sitzen und abgefahrenen Reifen, die sie als „eklig und vermodert“ beschreiben.
Fahrgäste berichten von erschütternden Zuständen
Hartmut Senff und Tobias Küstermann aus Schwerin waren am Samstagabend nach einem Besuch der Therme in Bad Wilsnack auf den Ersatzbus angewiesen. Doch die vorgesehenen Busse um 20.38 Uhr und 21.38 Uhr erschienen nicht. „Telefonisch haben wir bei Ecovista nur eine nichtssagende Stimme vom Band erreicht. Mit Mühe und Not haben wir am Bahnhof noch eine Hotelübernachtung bekommen. Es war ein Albtraum“, berichtete Senff.
Technische Mängel und hygienische Probleme
Am Sonntag stand endlich ein Ersatzbus bereit, doch die Situation verschlimmerte sich. „Der Bus befand sich in einem besorgniserregend schlechten technischen Zustand: Der hintere rechte Reifen hatte praktisch kein Profil mehr. Das Fahrzeug war innen wie außen stark abgenutzt. Die Sitze waren mit Schimmel befallen“, schilderten die beiden Männer. Zusätzlich wies der Bus ungarische Beschriftungen auf, darunter ein Display mit dem Logo des Budapester Verkehrsbetriebs BKK.
Deutsche Bahn mahnt Qualitätsstandards an
Hintergrund des Problems ist ein Streit zwischen Ecovista und dem Leasinggeber der Busse. Das Augsburger Unternehmen muss Ersatzbusse in ganz Europa zusammensuchen, um den Ersatzverkehr für die gesperrte Bahnstrecke Berlin-Hamburg aufrechtzuerhalten. Die Deutsche Bahn als Auftraggeber hat bereits vertragliche Qualitätsstandards angemahnt und gefordert, doch Ecovista scheint diese nicht zu erfüllen.
Reaktionen und weitere Schritte
Senff und Küstermann verständigten während der Fahrt die Polizei, die sich jedoch für nicht zuständig erklärte. Die Fahrgäste prüfen nun ihre Rechte und erwägen eine Entschädigung. Ecovista räumte gegenüber Medien ein, dass einige eingesetzte Busse über zehn Jahre alt sein könnten, und kündigte an, sie durch neuere Fahrzeuge zu ersetzen. Die Redaktion hat einen Fragenkatalog an das Unternehmen übermittelt und wartet auf Antwort.



