Schwerin eröffnet erste Open Library im Nordosten: Bücher rund um die Uhr
Die Stadtbibliothek Schwerin startet am Montag, den 2. März, ein innovatives Angebot: Als erste Einrichtung in Mecklenburg-Vorpommern führt sie das sogenannte Open-Library-Konzept ein. Dieses Modell ermöglicht es registrierten Nutzerinnen und Nutzern, die Bibliothek auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten selbstständig zu betreten und zu nutzen.
Skandinavisches Konzept kommt nach Mecklenburg-Vorpommern
Die Idee der Open Library stammt ursprünglich aus Skandinavien und revolutioniert den traditionellen Bibliotheksbetrieb. Das System erlaubt es Besucherinnen und Besuchern, Medien vollständig eigenständig auszuleihen und zurückzugeben – ganz ohne die Anwesenheit von Bibliothekspersonal. Für den Zugang ist lediglich ein gültiger Bibliotheksausweis erforderlich, wobei die Nutzung auf Personen ab 16 Jahren beschränkt ist.
Die einmalige Registrierung muss während der normalen Servicezeiten persönlich vor Ort in der Stadtbibliothek erfolgen, wie eine Pressesprecherin der Stadt Schwerin erläutert. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren können die Open Library ausschließlich in Begleitung einer registrierten volljährigen Person besuchen.
Öffnungszeiten werden deutlich ausgeweitet
Durch die Einführung des neuen Konzepts werden die Öffnungszeiten der Bibliothek in den Schweriner Höfen erheblich verlängert. Statt bisher 41 Stunden pro Woche steht die Einrichtung nun insgesamt 60 Stunden zur Verfügung. In einer ersten Testphase ist die Open Library montags bis freitags bis 21 Uhr und samstags bis 17 Uhr geöffnet.
Die regulären Öffnungszeiten mit Personal bleiben dabei unverändert bestehen: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag von 14 bis 19 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr. Nach einer mehrmonatigen Testphase wird das Angebot evaluiert und gegebenenfalls angepasst.
Zukunftsfähige Bibliothek mit mehr Flexibilität
„Mit der schrittweisen Einführung der Open Library geht die Stadt einen wichtigen Weg, um die Stadtbibliothek weiter zukunftsfähig zu machen“, erklärt Schwerins Kulturbeigeordneter Silvio Horn. „Lesen, Lernen und Austausch sollen nicht an Servicezeiten gebunden sein. So schaffen wir mehr Flexibilität und machen die Bibliothek für unsere Bürgerinnen und Bürger noch zugänglicher und moderner.“
Experten hoffen auf Signalwirkung
Auch Silvio Witt, Vorsitzender des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Deutschen Bibliotheksverband, begrüßt die Initiative ausdrücklich. „Es freut mich, dass die Stadt Schwerin die Voraussetzungen geschaffen hat, um die Open Library erfolgreich in der Stadtbibliothek einzurichten“, sagt Witt. „Ich hoffe, dass andere Bibliotheken davon inspiriert werden.“
Die erweiterten Öffnungszeiten bieten den Besuchenden deutlich mehr Flexibilität für die Nutzung. „Neben dem Zuhause und der Arbeitsstelle ermöglichen Open Libraries die Nutzung dieses konsumfreien Raumes von früh bis spät oder auch an den Wochenenden. Damit wird die Attraktivität des Angebots von Bibliotheken verbessert“, erläutert Witt weiter. Attraktive Bibliotheken, die von vielen Menschen besucht werden, seien für jede Kommune oder Gemeinde wünschenswert.
Die Stadt Schwerin setzt mit diesem Schritt ein deutliches Zeichen für moderne Bibliothekskonzepte und erweitert den Zugang zu Bildung und Kultur erheblich. Das Open-Library-Modell könnte damit Schule machen und auch in anderen Städten Mecklenburg-Vorpommerns Einzug halten.



