Schwesig kritisiert maroden Bahn-Ersatzverkehr als 'Zumutung' für Pendler
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat deutliche Kritik am aktuellen Ersatzverkehr für die gesperrte Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg geäußert. In einem Gespräch mit dem Nordkurier bezeichnete die SPD-Politikerin die Situation als „eine Zumutung für unsere Pendlerinnen und Pendler“.
Unternehmen Ecovista im Fokus der Kritik
Im Zentrum der anhaltenden Probleme steht das Unternehmen Ecovista, das für den Betrieb des Ersatzverkehrs mit Bussen verantwortlich ist. Schwesig übte scharfe Kritik an der Leistung des Unternehmens: „Es geht nicht, dass Ecovista sich erst um einen solchen Auftrag bewirbt und dann nicht ordnungsgemäß abliefert.“
Reisende hatten in den vergangenen Monaten zahlreiche Mängel beklagt:
- Marode und technisch unzuverlässige Busse
- Regelmäßige Fahrzeugausfälle
- Fehlende digitale Fahrgastinformationen
- Unzureichende Barrierefreiheit
Hintergrund der Probleme ist ein Streit zwischen Ecovista und einem Investor, von dem das Unternehmen die etwa 200 benötigten Busse geleast hatte. Dieser Konflikt hat zu erheblichen Engpässen und Qualitätsmängeln im Ersatzverkehr geführt.
Siebenmonatige Streckensperrung und unklare Perspektive
Die Bahnstrecke zwischen der Hauptstadt Berlin und der Hansestadt Hamburg ist bereits seit sieben Monaten vollständig gesperrt. Grund dafür ist eine umfassende Generalsanierung der gesamten Trasse. Ursprünglich war geplant, die Strecke bis zum 30. April 2026 wieder freizugeben.
Doch bereits Anfang Februar musste die Deutsche Bahn einräumen, dass dieser Termin nicht mehr zu halten ist. Besonders die winterlichen Witterungsbedingungen haben die Bauarbeiten erheblich verzögert. Ein neuer Fertigstellungstermin soll nun Ende dieser Woche bekannt gegeben werden.
Schwesig fordert konkrete Verbesserungen
Die Ministerpräsidentin setzt sich nun aktiv für eine Verbesserung der aktuellen Situation ein. „Die Landesregierung ist mit der Bahn im Austausch“, betonte Schwesig gegenüber dem Nordkurier. Sie unterstrich die Dringlichkeit des Themas: „Insbesondere die Pendlerinnen und Pendler brauchen einen funktionierenden Ersatzverkehr.“
Die SPD-Politikerin formulierte klare Anforderungen an den Ersatzverkehr:
- Ausreichende Kapazitäten für alle Reisenden
- Pünktliche Abfahrten und Ankünfte
- Barrierefreie Zugänge zu allen Fahrzeugen
- Einhaltung aller vereinbarten Qualitätsstandards
Schwesig betonte abschließend: „Es muss sichergestellt sein, dass der Ersatzverkehr zuverlässig funktioniert und alle Standards eingehalten werden. Die betroffenen Pendler haben bereits genug Unannehmlichkeiten durch die Streckensperrung hinnehmen müssen.“



