Schwesig-Vertrauter enthüllt: CDU-Politiker kassierte 30.000 Euro für Nord Stream-Ausschuss
Im politischen Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 in Mecklenburg-Vorpommern hat ein enger Vertrauter von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig brisante Zahlen veröffentlicht. Patrick Dahlemann, Chef der Staatskanzlei, gab bekannt, dass der CDU-Ausschussvorsitzende Sebastian Ehlers durch den Untersuchungsausschuss fast 30.000 Euro zusätzlich verdient habe. Diese Enthüllung erfolgte während einer hitzigen Debatte über die politische Aufarbeitung der Pipeline-Affäre, die bereits Millionen von Euro gekostet hat.
Zerwürfnis zwischen SPD und CDU vertieft sich
Der Graben zwischen der SPD von Landeschefin Manuela Schwesig und der CDU unter Daniel Peters ist derzeit so tief, dass eine gemeinsame Regierungsbildung nach der anstehenden Landtagswahl im Herbst kaum vorstellbar erscheint. Nach Jahren der Großen Koalition herrscht zwischen den Parteien nun verbitterte Abneigung, die sich in gegenseitigen Beschimpfungen über Vetternwirtschaft und die Doppelrolle von SPD-Sprecherin Lilly Blaudszun äußert.
Dahlemann, ein enger Vertrauter Schwesigs, griff die CDU scharf an und warf ihr vor, Verschwörungskampagnen auf dem Rücken des Landes zu verbreiten. „Dieser Untersuchungsausschuss, bei dem rein gar nichts rausgekommen ist, hat über sieben Millionen Euro gekostet“, erklärte er und betonte, dass die Bürger kein Verständnis für solche Praktiken hätten.
Finanzielle Details und politische Vorwürfe
Hintergrund der Enthüllung ist ein Zahlenspiel um die Vergütungen im Untersuchungsausschuss. Sebastian Ehlers, der CDU-Ausschussvorsitzende, erhält zusätzlich zu seiner regulären Abgeordnetendiät eine monatliche Kostenpauschale von 600 Euro. Dahlemann kritisierte dies scharf: „Wirtschaftlich hat vielleicht der CDU-Ausschussvorsitzende Sebastian Ehlers ein Eigeninteresse, der mit diesem Ausschuss fast 30.000 Euro verdient hat.“
Die CDU-Landtagsabgeordnete Ann-Christin von Allwörden hatte zuvor die Staatskanzlei kritisiert, weil sie eine Kommunikationsagentur mit einem Stundenlohn von 370 Euro zur Krisenbewältigung engagiert habe. Zudem sprach sie von Millionensummen, die auf Konten der Klimaschutzstiftung geflossen seien. Dahlemann konterte, dass die CDU sich in Widersprüche verstricke und wirft Ehlers vor, damals selbst der Stiftungsgründung zugestimmt zu haben.
Politische Konsequenzen und Wahlkampf
Die Auseinandersetzungen zeigen, dass der Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern bereits sechs Monate vor dem Wahltermin auf Hochtouren läuft. Die Angriffe werden von höchster politischer Stelle abgesegnet, was die tiefe Spaltung zwischen den Parteien unterstreicht. Während die SPD betont, sich stets für günstige Energiepreise und die Fertigstellung der Pipeline eingesetzt zu haben, sieht die CDU dies als Teil einer größeren politischen Strategie.
Die Kosten des Untersuchungsausschusses, die auf über sieben Millionen Euro geschätzt werden, und die zusätzlichen Vergütungen für Politiker wie Ehlers werfen Fragen nach Transparenz und Effizienz der politischen Aufarbeitung auf. In einer Zeit, in der Vertrauen in die Politik schwindet, könnten solche Enthüllungen langfristige Auswirkungen auf die politische Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben.



